DHB* 2017

Cuxhaven (ots) – Bereich Schiffdorf Open-Air-Kinoabend in Schiffdorf-Wehdel

Wehdel. Von Freitagabend, 20 Uhr, bis Sonntagmorgen, 05 Uhr, fand das inzwischen alljährliche Fest *“Die Heide bremmt“ in der Gemarkung Wehdel statt. Von den erwarteten 3000 Besuchern kamen ca. 2500, die problemlos das Gelände erreichten/verließen. Außer zwei Körperverletzungen und einem Verkehrsunfall mit Blechschaden wurde von der Polizei, die mit Sonderkräften vor Ort war, nichts weiter registriert. Insgesamt handelte es sich um eine friedliche Veranstaltung ohne besondere Vorkommnisse.

So der Bericht der lokalen Polizeibehörden. Um kurz zu umreißen, was im Landkreis Cuxhaven als friedlich anzusehen ist, die Veranstaltung aus Sicht der Taxifahrer:

  • 23:15, die Heide qualmte, aber sie „brammte“ noch nicht! Meine Fahrgäste hatten ordentlich vorgeglüht und frugen nach Musik aus dem Radio. Noch bevor ich „piep“ sagen konnte, hatte sich ein bekannter Hagener Partygänger per Bluetooth in mein Soundsystem gehackt. Er hatte sich anscheinend Zugang verschafft, während mich zwei Bitches im Font mit dem Anlegen von Sicherheitsgurten ablenkten! „Hey, Taxifahrer, klasse was!? In den nächsten 30 Minuten erfuhr mein zu alter Körper, was Dauerbeschallung mit Deutschem Rap an Aggressionen freisetzen kann. Erschwerend kam hinzu, das die Fahrgäste den „Song“ mit rapten, wobei mangels Textsicherheit gelegentliche Pausen entstanden, überbrückt durch den Rapper nachahmenden, offensichtlich coolen Armbewegungen, unterstrichen durch üble Grimassen. Obwohl mir bei der letzten Reihenuntersuchung ein ausbalancierter, schön niedriger Blutdruck attestiert wurde, wuchs in mir das Bedürfnis, meine Kundschaft aus dem Taxi zu prügeln! Die Leute hatten Heute noch einmal Glück, denn für den, so der O-Ton „besten Taxifahrer der Welt“ gab es ein gutes Trinkgeld.
  • 24:00, die Heide flackert! Und mein Taxi wackelt! An Board befindet sich die Hälfte einer hiesigen Fußballmannschaft und ich erfahre in immer wiederkehrenden Schreigesängen, welchen Fußballverein sie als Fans verehren. Als Auflockerung, die Jungs haben, im Gegensatz zu den Rappern wenigstens bemerkt, das am Steuer eine tickende Zeitbombe saß, sangen sie mir alle 1,5 Kilometer ein Liedchen, das ging so: „Dem Taxifahrer ein Trullala, ein Trullala, ein Trullala, dem Taxifahrer ein Tru-lal-laaaaaaaaaaaaa!“ Auch hier gab es Schmerzensgeld…..
  • 02:00, Erste Abholung. Sie würden an der Lampe warten.  Wie bei solchen Veranstaltungen üblich, pilgerten die geübten Fahrgäste dem Strom der anfahrenden Taxis entgegen. Das hatte zur Folge, das ein Fahrer mit einer Vorbestellung erst einmal einen Spießrutenlauf hinter sich bringen, alle flehenden Kunden abweisen mußte, auch die, welche sich mitten auf den Weg vor den Wagen schmissen! Leider gab es an der Trasse, welche den Ausgang säumte ca. 5 Lampen, jede von potentiellen Bestellern umlagert, oder einfach nur so dort herumlauernd. An Lampe 3 scheuchte mich ein Ordner weg, während ich durch das Beifahrerfenster verhandelte. Ich kam mir vor wie ein Freier, auf der Suche nach der besten Dirne (unterer Birne, hihi). Die Vorbesteller waren nicht zu finden, so entschied ich mich für die junge Frau mit Stuttgarter Mundart, weil ich annahm, sie würde nicht singen wollen! Diese Wahl stellte sich dann auch als Hauptgewinn heraus, mit eloquenter Unterhaltung, entferntem Fahrtziel und einem rosa Scheinchen als Bonus für mich. Für mich war dann auch schon Feierabend, ich hatte schon 11 Stunden auf dem Kerbholz!
  • Meine Kollegen schufteten weiter. Nicht ohne Konsequenzen! Der Fahrer eines Sprinters wurde höflich in einen Feldweg navigiert, wo er sich dann fest fuhr. Diesen Umstand hatten die 2 Mitfahrer anscheinend bewußt provoziert, denn statt die Karre aus dem Dreck zu ziehen, liefen sie im Dunkeln davon! Der Chauffeur hatte das nachsehen! Und den Rest der Schicht frei!

Als Fazit möchte ich darauf hinweisen, das es Grundsätzlich nicht verboten ist, den Taxen entgegen zu laufen. Es erhöht die Chancen aber nur dann, wenn der Fahrer auch gut weg kommen kann. In diesem Fall erwies sich der Weg als Einbahnstrasse und die Kunden mußten trotzdem mit dem Taxi am Partygelände vorbei. Wenn ihr ein Taxi extra für euch bestellt, ist das gut. Aber dann nennt bitte einen Treffpunkt, der einigermaßen gut zubinden, anzufahren und vor allen einzigartig ist! Und an die Zwei, die meinen lieben Kollegen verarscht haben:“Wir kriegen euch noch!“

Und eine Bitte hätte ich da noch.

Übt das Rappen und Singen!!123!!“Drölfzig“1!!!!

2 Kommentare

auf “DHB* 2017
2 Kommentare auf “DHB* 2017
  1. Moin 🙂

    ’sie hippen und sie hoppen und sie rappen – was für Deppen!‘

    Alan Parsons‘ ‚Mammagamma‘ in angemessener Lautstärke, nötigenfalls ein paar mal in Schleife, bringt Ohren und Gemüt wieder in einen entspannten Zustand.

    Munter bleiben 🙂

    Z.

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