„Möchteste was zu Trinken so lange ?“

Als ich das Lokal nach meinen Mitfahrern durchforstete, fand ich nur noch ein paar People am Stammtisch sitzend an. Eine lockere Plauderei mit dem Wirt war in vollem Gang, die Becher gerade frisch gefüllt.

„So ein Murks, rennste jetzt raus und schmeißt die „Uhr“ an ?“, dachte ich. Meine Aktion wurde sofort gestoppt.

„Wo willsten hin, setz dich, die Herren trinken nur noch aus. Können wir dir was Gutes tun solange? Wie wärs mit einem Cappucino?“, kam vom Wirt.

Eigentlich nicht sehr produktiv, so eine Kaffeepause, aber da gerade kein Streß angesagt war, nahm ich das Angebot an. Ich setzte mich zu der Runde an den Tisch. Kurz darauf bekam ich meinen Cappuccino. Zwei Löffel Zucker rein, vorsichtig um gerührt und angesetzt. Nachdem die ersten Milliliter meine Zunge passiert und den Gaumen geschmeichelt hatten, ergab die Auswertung der geballten Sinne ein widersprüchliches Bild.

Die Augen sahen einen feinen braunen Trunk, perfekt zubereitet mit einer De’Longhi. Mein geballten Geschmackssensoren betätigten aber übereinstimmend Säure, mit leichtem Teint von Kaffeesatz. Ich lächelte verzweifelt, um das bemerkte durch eine B-Probe zu überprüfen und setzte erneut an, nicht ohne mich vorher mit einem weiteren Löffel Zucker zu versichern. Baaaaaam, immer noch scheußlich, jetzt hatte ich das Zeug auch in der Speiseröhre und die empfand die Flüssigkeit als abstoßend und ich musste erstmal husten. Durch meine Äußerungen und die Grimassen zog ich die Aufmerksamkeit der kompletten Tischgemeinde auf mich.

„Was ist denn los, ist was nicht in Ordnung mit dir?“

„Entschuldigung, mir geht es Gut, aber irgendetwas stimmt mit meinem Cappuccino nicht, ist die Milch vielleicht sauer?“

Der Wirt zieht mir die Tasse weg, nimmt Sichtkontakt mit der Oberfläche auf, runzelt die Stirn, rührt um. Schnuppert. Stellt nichts fest. Geht zum Tresen.

„Ich mach dir mal nen Neuen. Hmmm, Milch ist OK. Temperatur OK. Espressobohnen OK. Ääh, wasn das fürn Schlauch, der gehört doch in die Milch. Fraaaauuuuuuuuuuuu, du mußt mir doch sagen, wenn du anfängst aufzuräumen!“ An mich gewandt: “ Das ist vollkommen ungefährlich“, liest er von der Verpackung der kleinen Reinigungs -Tabs ab. “ Alles rein Biologisch“, versichert er mir.

Auf die Offerte, einen Weiteren zu nehmen verzichte ich Dankend, begehrte aber ein Kaugummi, welches mir bewilligt wird.

Boah, der Geschmack ist weg, aber die Erinnerung daran läßt mich nun jedes Mal verzichten, in vergleichbaren Situationen.

 

3 comments to “„Möchteste was zu Trinken so lange ?“”
3 comments to “„Möchteste was zu Trinken so lange ?“”
  1. m0in!

    *muhrhr*, sorry, hab aber Tränen gelacht 😀
    Hauptsache, Du hast keine anderen negativen Begleiterscheinungen erlitten
    Deshalb lehne ich auch jegliche Angebote ab. (vom Trinkgeld hät ich eh mehr nutzen, als vom Burger oder sonstwas) Das dollste ist ja auch manchmal … wollen Dir ’ne Hure in der „Les“(..singstraße) anbieten, knausern dann aber am Trinkgeld *tztztz

    • Es gibt da noch mehr so dunkle Seiten. Wie ich litt und leide demnächst in diesem Theater.
      Aber nicht zuviel auf einmal, sonst kommt bald Niemamd mehr hier vorbei 😉

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