landschaft

Fallen gelassen

Wir, meine Frau,ich, unsere Hunde sowie die Shetty Max und Erwin waren aufgebrochen, um uns allen etwas Bewegung zu verschaffen. Die Ponys können etwas Gras am Wegesrand rupfen, während die Hunde die Gegend erschnüffeln und das Revier markieren.

Unsere Truppe zockelt also gemütlich dahin, als ein brauner Fleck – nein, kein Hundeschiss und auch kein Nazi –  inmitten des saftigen Grüns am Wegesrand die Aufmerksamkeit meines Augenwinkels erforderte. Auf den zweiten Blick war mit Mühe zu erkennen, um was es sich handelte. Im hohen Gras kauerte eine braune Henne. Völlig bewegungslos verharrend, hatten sie die Hunde nicht bemerkt und ich fast auch nicht.

Meine Frau nahm Hunde und Ponys und ging etwas des Weges, während ich das Federvieh in Augenschein nahm. Offensichtlich war es sehr krank, denn nach einer kurzen Berührung meinerseits machte es keinen Fluchtversuch und auch sonst reagierte es höchstens mit einem kurzen Blinzeln, frei nach dem Motto, „Ich seh euch nicht, also könnt ihr mich auch nicht sehen!“ blieb das Huhn dort sitzen, wo wir es fanden. Es war ein trauriger Anblick!

Unbekanntes Huhn

Unbekanntes Huhn

„Ein Fall für die Vogelflüstern!“

Im Nachbardorf haben wir eine Freundin, die ein gutes Händchen beim päppeln von gestrandeten gefiederten Tieren hat. Schon wenige Minuten nach der „Alarmierung“ war sie vor Ort, um das Tier zu fangen und zu untersuchen. Auf den ersten Blick konnte man nur einige fehlende Federn und eine leichte Rötung an den Stellen wo Federn fehlten erkennen.

Wir stellten uns die Frage, woher das Huhn kam und vor allem, wie es soweit vom Dorf entfernt hier auftauchte. Wir nahmen an, das entweder die panische Flucht vor einem Fuchs oder Frettchen die Ursache war. Oder hatte es vielleicht ein Raubvogel geschnappt und es fallen lassen, weil es ihm zu schwer wurde, auf dem Weg zu seinem Horst? Wir werden es nicht erfahren!

Was wir aber erfuhren, ist, das es dem Huhn „Jutta“ von Tag zu Tag besser ging und es sich problemlos in seine neue Familie eingefügt hat.

"Jutta" in ihrer neuen Wohnung!

„Jutta“ in ihrer neuen Wohnung!

Bilder zu unseren Hunden und Ponys hier: Instgramm – Andreas Wienert – Aka HerrTaxifahrer –

Berufe raten!

2 junge Männer stiegen zu, einer vorn auf dem Beifahrersitz, einer im Fond. Der hintere fragt mich sogleich:

„Sind sie Lehrer?“

Uff, was hab ich jetzt verbrochen?

„Nein, Taxifahrer, wieso!?“

„Sie haben so eine braune Tasche, wie sie sonst nur Lehrer haben!“

So einfach wird man also Lehrer! Meine intellektuell aussehend machende Hornbrille trägt sicher auch zu diesem Klischee bei.

Lehrertasche eines Taxifahrers


Ähnlich wird es der Bundestagsabgeordneten Hinz gegangen sein, als man sie wegen ihres langen, schwarzen Wintermantels fragte, ob sie Anwältin sei. „Oh, prima, dann brauch ich ja nicht studieren!“, dachte sie sich und antwortete: „Alle Examen vorhanden!“

Liebe Lehrer, ich wollte euch nicht eueren Style wegnehmen, aber diese Farbe und der Klappdeckel gefallen mir auch richtig gut. Und offensichtlich erzeugt sie auch Respekt bei Teenagern!

„Road Rage“ in Frelsdorf!

Ich hielt direkt vor dem Haus meines Fahrgastes, um kurz abzukassieren, sowie meinen Sammeltaxibericht vom Kunden abzeichnen zu lassen. Formalitäten eben, wie sie in Deutschland Gang und Gäbe sind.Bis dahin war das ein völlig normaler Job.

Eben reichte ich meinem Fahrgast das Formular für seine Unterschrift , da fuhr hinter mir ein weiterer PKW auf, links blinkend. Ich fuhr sofort 10 m vor, denn ich ging davon aus, man wolle die Parklücke nutzen, welche ich blockierte. 

Nun wurde es aufregend, als ich den Fahrer wutschnaubend, mit Rasierklingen unter den Achseln, im linken Rückspiegel auf meine Seite auftauchte. 

Ich verriegelte die Türen!

Leider konnte ich mich nicht um ihn kümmern, denn jetzt nahm ich das Fahrgeld in Empfang und verstaute es in meiner Börse.

Erst hämmerte er an meiner Seitenscheibe, dann stellte er sich vor meinen Wagen!

Gefahr im Verzug!

Mein Fahrgast stieg aus und trottete nach Hause, während der komische Autofahrer jetzt die Chance auf eine kurze Plauderei nutze. „Warum ich die Straße blockiere, ich Idiot, und Vieles mehr“ sprudelte aus ihm hervor. Ich hörte ruhig zu, und konnte einfach nicht erkennen, warum man wegen einer insgesamt einminütigen Wartezeit – hätte er nicht so komisch gedrängelt wärs schneller gegangen – so einen Aufriss machte.

„Ich kann ihnen nicht folgen!?“,gab ich zu bedenken.

„Verpiss Dich bla blabla, Straße blockiert blablabla, nur 20 Meter!“

Ich ließ den Wagen langsam anrollen und fuhr weg, wahrscheinlich war ihm die Sonne Heute zuviel. Im Kegel seiner Scheinwerfer gab er dann noch ein einigermaßen lustig anzuschauendes Rumpelstilzchen zum Besten, derweil ich mir die Route zu meinem nächsten Patienten heraussuchte…….

disse

Flashback

So gegen 19:00 setzt bei uns auf dem Dorf immer eine gewisse Lethargie ein. Der Dönermann schaut das erste Mal an diesem Tag aus der Tür, nach der Abendkundschaft. Die Eisdiele schließt, egal wie das Wetter ist, der Parkplatz vorm Griechen ist überfüllt, es ist Frauentag und die Taxis haben schon alle Stammkunden zu Hause abgeliefert.

„Hast du noch etwas?“

Der verzweifelte Anruf in der Zentrale ergab,  das sie nichts hatte, wenn überhaupt, dann später. Endlich eine günstige Gelegenheit, denKollegen $jackett auszufragen etwas näher kennen zu lernen. Als ich so die Treppe zum Aufenthaltsraum hoch schlurfte, rief er mir entgegen, das es dort oben nichts gäbe, ich solle wieder verschwinden. Ganz freundlich, so wie man sich Kollegen eben wünscht.

Wir plapperten ein wenig über dies und das, ich bereitete mir nebenbei ein schönes Asiatisches Gericht in der „Mikki“!

Nach kurzer zeit stellten wir fest, in etwa im gleichen Zeitraum in Bremen gewohnt zu haben und erinnerten uns an die guten alten Zeiten, die noch golden gewesen waren. Berufliche Erfolge und Misserfolge lösten sich ab, wir hatten gelitten, so gut es ging, waren beide aber immer wieder irgendwie auf die Füße gefallen.

Eine weitere Parallele bildete die Sachkunde bezüglich des Bremer Nachtlebens. Er, zu Anfang seiner Laufbahn als Bremer Taxifahrer, ich als Angestellter in einem Bowlingcenter und späterer Besitzer eines solchen. Der Bahnhof unser Revier. Die „Discomeile“ war noch nicht zur Schußwaffenfreien Zone erklärt, der Breitenweg noch picobello, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Nebenan der beste Dönermann der ganzen Welt, im Keller der Blinkturm, ein Kontaktschuppen für alternde Singles. Kinder mußten noch um 8 im Bett sein, nicht mit dem Muttizettel bis Morgens um 5 im Zappelschuppen. Die Junkies haben sich noch entschuldigt, wenn sie dir vor die Füße gefallen, oder den ganzen Gehweg mit ihren Utensilien zugepflastert hatten.

„Nur noch `ne Minute, Chef, dann bin ich fertig. Ich räum auch auf!“

Richtig nett waren die. Nur bei der Geldbeschaffung, da waren die nicht so lieb. In unserem Parkhaus wurden einmal 180 Wagen während eines Abends zur Freimarktszeit aufgebrochen. Die Leute konnten zusehen, wie die Scheiben barsten. Hier eine Schachtel Zigaretten, ein Mantel, eine Jacke, da eine Tüte Gummibären und das Autoradio. Die Menge hatte es dann gemacht.

Dann begannen wir, alle Lokale aufzuzählen, denen wir seinerzeit wie auch Heute noch, das Prädikat „Wertvoll“ zuerkannten!

Um die Ecke fand sich das Bell`s. Dort traf man sämtliche grauen Eminenzen beim Absacker, oder den Rosenverkäufer, der dort einen Eimer mit Nachschub deponiert hatte, um anschließend wieder im Blinkturm, oder dem Nobelschuppen gegenüber im Sinatra’s Dancing zu verschwinden.

Noch etwas weiter, in der Schillerstrasse befand sich das Schiggimiggi. Ein Restaurant, in dem es erst ab 2 Uhr Nachts so richtig gemütlich wurde. Dann kamen nämlich die Bedienungen aus den Umliegenden Gastronomien, um hier runterzufahren und noch schnell einen Happen zu essen, bevor es ins Bett ging. 24/7/365  konnte man dort zu menschlichen Preisen Speisen. Mit großen Gruppen wurde im Remmer, in der Innenstadt gefeiert. Eine Sammlung von unterirdisch angelegten Sälen, einem Brauhaus nachempfunden. Ober drüber, ganz in der Nähe, die „Altstadt“. Rund um die Tanzfläche war die Kulisse einer kleinen Stadt aufgebaut. Es gab einen guten Blick aus der zweiten Etage auf die Tanzfläche, welchen mit einem Sternenhimmel überdacht war. Das Stubu, das vom Fedelhören aus umgezogen war in die Böttcherstrasse und Heute auch am Breitenberg zu finden ist. Die haben bei jedem Umzug das ganze Inventar mitgenommen und im Original wieder aufgebaut. Dort gab ich meiner Frau den ersten Kuß! 🙂

Je länger wir quatschten, desto mehr Läden fielen uns ein. Unmöglich alle aufzuzählen. Namen kamen und gingen.  Leider hatten wir kein Bier auf dem Tisch, sonst wären wir bestimmt aufgebrochen, den „alten“ Pfaden noch einmal zu folgen. Unsere Augen blitzten bei der Erinnerung an diese Zeiten manchmal verdächtig auf. Was war da noch gewesen? Ach die, der, das war vielleicht was!

Keine Spur von Romantik mehr in der Heutigen Zeit!

Keine Spur von Romantik mehr in der Heutigen Zeit!

 

FFF

Post-Traumatische Parkplatzstörung!

„Nehme Heute den Bus, du mußt um 22:30 zum Flughafen!“

*-*

Ja, ganz toll. Es kommen Leute aus dem Urlaub zurück und ICH muss DAAAAAA(Link) hin!

Früher™ bin ich immer gern zum Flughafen Bremen gefahren. Bremen war 25 Jahre mein Wohn- und Arbeitsort, deshalb tat es mir immer gut, wieder reinzuschauen, in das „Dorf mit Straßenbahn“! Das ist grundsätzlich so geblieben, mit Ausnahme des Flughafens! Seit dem bescheuerten Taxi-Aufbruch , dem Erlebnis mit den Arschgeigen, die da am Taxistand herumlungern und der unlustigen Routine der Polizei in der Flughafenallee, bekomme ich Bauchschmerzen.

Mit latenter Übelkeit machte ich mich dann auch auf den Weg. Laut Flugplan landeten diesen Abend 5 Flieger innerhalb einer halben Stunde. In Bremen bedeutete das Chaos in der Ladezone. Neben den 13 erlaubten Taxen tummelten sich auf einer länge von 200m in 2 doppelt unterbrochenen Parkbuchten außer mir noch weitere 50 Mietwagen – meistens Busse – und natürlich die Privaten Abholer, in unübersehbarer Anzahl. Mir war klar, das die Chancen auf einen einigermaßen akzeptablen Halteplatz als sehr gering einzuschätzen waren. Ich begab mich 20 Minuten früher dort hin, um notfalls noch einmal komplett um den Block zu fahren, sollte  beim ersten Durchlauf alles belegt sein. Nach einem Blick auf die Ankunftstafel im Internet schwanden alle Hoffnungen, jemals wieder nach Hause zu kommen. Drei Flieger hatten Verspätung, einer war Planmäßig und meiner in der Tat 15 Minuten zu früh. Passagiere aus 5 Fliegern gleichzeitig, das ist in Bremen der absolute Gau! Wenigstens auf der Strasse, denn das Bodenpersonal im Terminal hat da keine solchen Probleme.Profis halt!

„Alaaaaaaaarm!“

Mit Mühe konnte ich mich mit dickfälliger Fahrweise bis 20 Meter hinter den Ausgang vorkämpfen und fand dort auch noch eine passende Lücke! Länge 1,5 Meter, Breite vorn 2 Meter, Hinten 1,20 Meter. Eingelogged!

Wenn sich die anderen Fahrer etwas Mühe gäben, blieben die Spiegel dran! Doch was ein Trugschluss. Rechts neben mir befand sich ein Behindertenparkplatz. Befand! Nachdem ich jeden Quadratmillimeter mit meinem „Red Porsche-Killer“ aufgefüllt hatte stellte sich eine junge Dame da hin und blockierte damit wenigstens die Durchfahrt weiterer 8-Sitzer!

„Kein Thema!“, dachte ich mir, denn die linke Spur war ja noch komplett frei und wenn sich alle an die Regeln des einfädelns hielten, staute es sich maximal bis zum Flughafeneingang. Nun denn, warum soll es so einfach sein. Nachdem ich noch schnell einen Kontrollgang um den Wagen gemacht, sämtliche Wertgegenstände in meiner Umhängetasche verstaut und drei Kreuze gemacht hatte ging ich frohen Mutes zum Terminal, um meine Fahrgäste einzusammeln.

Hätte ich bloß nicht noch einmal zurück geschaut. Ein sehr cooler Bremer Kollege stellte sich gerade in den linken Kanal und verschloß den letzten Ausgang! Ich knipste noch schnell das Beweisfoto für euch, nicht das es hiesse, ich wäre ein notorischer Lügner.

Zugeparkt

Zugeparkt

Dann ging ich stoisch ins Terminal, stellte mich in die Nähe der Gepäckausgabe, schloß demütig die Augen und hielt brav mein Schild mit dem Namen meiner Leute hoch, so wie es auch bei den Zeugen Jehovas ausschaut, wen sie ihre Zeitschrift anpreisen. Von Zeit zu Zeit blinzelte ich, ob sich mir Jemand in mein Schema passendes näherte. Ich schlief ein. Nein, ich schlief nicht ein. Das war bei dem Lärm nicht möglich. Jedes Mal wenn ein Fluggast mit seinem ausgeleierten Vielflieger-Rolli über die Orientierungsmarken am Boden für die Blinden Mitmenschen rollte, suchte ich Deckung, weil es auch eine Bombenexplosion hätte ankündigen können, so ratterte und polterte es !

Endlich kamen nach und nach Fluggäste mit ihren Koffern heraus. Aus dem „mittleren Strahl“ ergossen sich meine Fahrgäste. Ich sollte vorgehen, die Koffer könnten sie auch allein ziehen. Als ich durch die automatische Schiebetür trat, offenbarte sich das Grauen. Eine Schlange bis zur Autobahn stand hinter dem Bremer Bus-Fahrer und ein Hupkonzert ertönte, wie es sonst nur nach gewonnenen Türkei-Spielen zu hören ist.

Laute Hupen, leise Hupen, defekte Hupen. Keine Melodien hörte man, nur aggressive Morsezeichen. Lang, kurz,kurz,laaaaaaaaaaaaaang!

Zum Glück war mir jetzt Alles rund herum vollkommen egal. Ich blieb ruhig und suggerierte meinen Fahrgästen, das ich die Kontrolle hätte und das hier jetzt so normal war, wie es nur sein kann. Mit Mühe – ich zielte mit dem Wagenheber auf seine Motorhaube, den Stern hatte ich soeben abgerissen – konnte ich einen Benz-Fahrer dazu bekommen, etwas zurückzusetzten, damit ich die Rampe an meinem Trafik herunterlassen konnte, um die Koffer einzuladen. Meine Fahrgäste hatten ihre Plätze schon eingenommen, als ich einem Touran, der mir eben in die Hacken gefahren war, die Frontscheibe einschlug!

„So langsam bekam ich das Gefühl, wieder zu Hause angekommen zu sein!“

Von Neuem auf dem Fahrersitz, musste ich nur noch einen Jaguar F-Type gegen einen Poller drängen und wir hatten endlich freie Fahrt ins gelobte Cuxland!

 

P.S. Jetzt könnte ich ja das nächste Mal in das Parkhaus fahren. Nur, wer zahlt das dann? Und wer erklärt meinen Fahrgästen, das sie entweder 20 Minuten warten, oder 1 Kilometer laufen müssen. Und wer verspielt die letzte Chance auf Trinkgeld!? Also ich nicht. Und außerdem würde ich das Spektakel am Taxistand nicht mitbekommen!

 

 

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Adrenalin

Bitte verzeiht mir, wenn ich eine etwas blumige Metapher benutze, um meine Gefühle von Gestern gegen 19:30, noch etwa 15 Kilometer vom Klinikum entfernt, mit einer hochschwangeren, stöhnenden,laut Gedichte rezitierenden Frau auf der Rückbank zu beschreiben.

Es war, wie wenn meine selige Mutter – sie ging Morgens immer als Erste in den Kuhstall um zu füttern – vom Hofe her laut nach meinem Vater und mir rief:

„Karl-Heinz-Andreas, beeilt euch, ein Huf guckt schon heraus, ihr müsst helfen, sie liegt!“

Eigentlich als ganz normale Einweisung gedacht, entpuppte sich dieser Auftrag nun doch als Einsatz für Spezialisten! Ich bin jetzt nicht einfach losgerast, sondern hab erst einmal die Lage gecheckt. Das Köpchen war offensichtlich noch dort, wo es die letzten Monate verbracht hatte und das schmerzverzerrte, entschuldigende Lächeln lies noch keinen Kontrollverlust erkennen.

An der Klinik angekommen hakte ich die werdende Mutter unter und wir schleppten uns in Richtung Fahrstuhl, der Kreißsaal befindet sich in der Ersten. 

Zu meiner Beruhigung kam gleichbleibend Schwester um die Ecke:

„Wer ist das, wo sind die Papiere, wieviel Kinder hat sie schon, spricht sie Deutsch? “

„Keineeee Ahnung. Hier ist nur die Überweisung, ich nicht ihr Mann, nur der Chauffeur und ich bin dann gleich wieder weg!“

Ich wünschte noch alles Gute, holte mir an der Rezeption meinen Stempel für den Transportschein und setzte mich unter Buh-Rufen und heftigem Hupkonzert in meinen Caddy, den ich einfach mitten  im Kreisel vor dem Haupteingang stehen lassen hatte.

„Hallo, ihr könnt mich doch nicht so fertig machen, schließlich wäre ich fast Taxivater geworden!“

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Kinderkram

Falls ihr euch gewundert habt, warum ichAbends so langsam unterwegs war, hier und da mitten auf einer Kreuzung hielt oder quer durch Nachbars Garten fuhr, dann will ich euch den Grund nennen:

„Die Seuche!“

Dank gewiefter Computernerds können wir endlich unseren Lebensraum von diesen fiesen, unsichtbaren, sogenannten „Pokemon“ reinigen. Glücklich schätzen konnte sich derjenige, welcher Gestern überhaupt noch ein Taxi bekommen hatte!

Im Ernst, das Spiel „PokemonGo“ ist ganz niedlich gemacht und hat je nach Altersgruppe und Spiellaune auch einen Suchtfaktor. Meckern und herumlabern, welche Zeitverschwendung das ist, was die Datenkrake so speichert und was das für einen Strom kostet, das machen nur die Leute, die das Spiel gar nicht kennen und es  nieeeeeeemals  herunterladen würden, weil das alles  soooooo doof  ist und sowieso überall  viiiiel gröööööößere  Probleme auf Lösung warten!

Mir egal. In meinen Standpausen mache ich was ich will, wenn es sein muß auch Spiele für Kinder. Wer das Kind in sich  nicht mehr rauslassen kann, hat ganz andere Baustellen in seinem Kopf, als ein paar virtuelle Krabbeltiere.

Zu eurer Beruhigung möchte ich gleich sagen, das ich nach der Erprobungsphase schon etwas gewurmt bin. Ohne vernünftige Internetverbindung macht das keinen Spaß. Da wird dir so ein Viech angezeigt, du rennst hin, bewirfst es mit einem Ball und dann… hängt sich die App auf, weil du hinter dem alten Schuppen nur „E“ hast. Kacke!

Da mir ansonsten solche Spiele eh`nicht besonders liegen und ich keine Ahnung von einer Strategie habe, werde ich jetzt die Rettung der Welt den Jugendlichen und infantilen Erwachsenen überlassen, die mir gestern Reihenweise vor den Wagen gerannt sind. Auch sind im Radius von 5 Kilometern rund um Loxstedt gestern 10 Wagen in den Graben oder Gegenverkehr gefahren! Haben alle „Pokestops gesucht“, um Items zu ergattern.

So, in der Dusche sitzt noch so ein „Pikatchu“, den schnappe ich mir noch und dann mach ich mich „frisch“ und fahre zur Arbeit! Einen schönen Tag noch!

„Guck, hast du das schon Mal gesehen?“

Die Fahrt war Routine, ein Sammeltaxi vom Bahnhof Stubben nach Beverstedt. Nach etwa 500m, kurz hinter dem Schuhladen, zeigt mein Fahrgast nach vorn rechts:

„Guck, hast du das schon Mal gesehen?“

Die Strasse war frei, so hatte ich eine Sekunde Zeit, den Straßenrand zu scannen. An einer extra dafür eingepieksten Stange hingen gut 6 „Gelbe Säcke“, ein Haus weiter wurde gerade ein neues Fenster eingesetzt, etwas gewöhnlicher Bauschutt vor Hausnummer 56. Um noch mehr Details zu erfassen, hätte ich stoppen müssen.

„Hmmm, ich kann Nichts auffälliges erkennen!“, beendete ich die erste Runde des Quiz.

„Schau nochmal genau hin, HerrTaxifahrer!“, bat mich mein Fahrgast etwas genervt, als würde ich den Wald vor lauter Bäumen nichts sehen.

Ich nahm etwas Gas weg, schaute nach rechts aus dem Fenster und, weil wir das „Objekt oder so“ schon passiert haben müssten, drehte ich meinen Kopf kurz nach hinten. Eine Katze kam aus einer Garage gelaufen. Ich schaute in den Kalender – ja, Heute ist „Gelber Sack“ – , ansonsten weit und breit keine Besonderheiten, jedenfalls keine, die meiner Aufmerksamkeit bedurft hätten.

„Nööö, ich weis nichts. Und sagen sie mir doch einfach, was sie meinen!?“

“ Hier, hier in der Mitte rechts hat die Frontscheibe einen Riss!“

 

„Uuups!“