Spezialzufahrt gemeistert!

Bin gerade in O-Beck-City. Ein Kunde hat therapeutisches Schwimmen. Ich hatte eine Stunde Wartezeit und bin schnell zu einem Figaro um die Ecke, um mir ein schönes Osterei verpassen zu lassen.
Ich folgte auf dem Rückweg vom Haarstylist den Hinweistafeln zum Lazarett und da wurde ich doch auf einmal stutzig!
Das Schild forderte auf, die letzten Meter liegend zu fahren!

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Ich habe mich aber einfach nicht danach gerichtet, denn sonst hätte ich meinen Proviantkoffer wegstellen müssen, zuviel Stress.
Eine Frau auf dem Bordstein frug, was ich denn knipse!?
Ich berichtete, was ich gesehen und wollte von ihr wissen, ob es dann strafbar ist, hier sitzen zu bleiben!
Sie wendete sich von mir ungebildetem Dörfler ab und ahmte, wie ich von mir aus noch erkennen konnte, mit ihrem rechten Arm vor dem Gesicht, die Bewegung eines Scheibenwischers nach.

Echt unverschämt!

Arbeitsgerät 2

Hahaha, gerade bekomme ich die Message auf mein Tourenübermittlungsdingens, ich möge in den Heiligen Hallen der Zentrale aufschlagen, zwecks Autotausch.
Puh, dachte schon, ich hätte das Dampfschiff die ganze Nacht anne Backe!

„Hier, der Schlüssel für den 519!“

Kopf->Tischplatte

Vom Regen in die Traufe! Der 519 ist unser französischer Caddy, ein Citroën Berlingo.

Alles wie bei VW, nur billiger.

Danke, das ich das Hausfrauenpanzer-Duo für dieses Jahr abhaken kann!

Diese Pritschen haben unter meinen Kollegen ihre Fans, da will ich mich nicht auch noch aufdrängeln.

Denn mein derzeitiger Liebling ist der Passat, der mit dieser wundervollen Spezial-Automatik-Kupplung.

Der Sound wie bei den F1-Wagen vom letzten Jahr, nur etwas leiser, zu meinem bedauern!

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Menschenkenntnis

3 Pärchen ins Grand Hotel „ZurLinde“, wegen des Flitterwochen-Specials!

Meine Aufgabe bestand in einem perfekten Transfer vom Bahnhof nach Hagen ins Hotel.

Der erste Mann hatte eine Krankenschwester geheiratet.

„Krankenschwestern sind bekanntlich heiß!“, dachte ich so bei mir.

Der zweite Mann hatte eine Telefonistin geheiratet.

„Telefonistinnen haben eine sexy Stimme!“, dachte ich so bei mir.

Der dritte Mann hatte eine Lehrerin geheiratet.

„Lehrerinnen sind frigide, der arme Kerl tut mir leid!“, dachte ich so bei mir.

Am nächsten Tag sollte es wieder nach Hause gehen.

Der erste Mann rief an und bat um den Transfer zum Bahnhof, nicht ohne mir einen Rat zu erteilen:

“ Heirate keine Krankenschwester! Die ganze Nacht rief sie nur: „Das ist nicht steril! Daaas iiist niiiicht steril!““

Etwas später meldete sich der zweite Mann und auch er hatte mir etwas zu sagen:

“ Heirate niemals eine Telefonistin! Alles was du zu hören bekommst, ist“Ihre Zeit ist abgelaufen! Ihre Zeit ist abgelaufen „„.

Da meldete sich der dritte Mann, welcher die Lehrerin geehelicht hatte.

„Das Taxi benötige ich erst Morgen. Und noch ein Tipp für dich. Heirate unbedingt eine Lehrerin, denn alles was sie sagte war:

„Wir wiederholen das so lange, bis das sitzt!“.„.

Zunehmend

Eine unsrer Nachbarinnen…. hat einen Plan
und rät Dem zu folgen,
wie von Sinnen,
sonst sei es zu spät!

Darauf ist ganz korrekt vermerkt,
wann Radieschen und Tomaten
sind zu Pflanzen in dem Garten.

Auch dem Besuch bei dem Frisöre
ein ganz besondrer Platz gehöre.

Äpfel ernten, Rasen mähen,
die allerliebsten Blumen sähen.

Alles ist jetzt vorbestimmt.
Und die Natur die beste Zeit sich nimmt!
Damit die Ernte sich auch lohnt,
mit dem Kalender von dem Mond.

HerrTaxifahrer 04/2014

Ja, da frage ich mich doch, warum in dem Zettelwerk nichts von Taxis steht.
Wäre doch prima, wenn der Mond unseren Dienstplan macht! Und vor allem nützlich wäre das Wissen über die Tage, an denen man die Dieselkutsche besser in der Garage lässt bzw. wann man unbedingt raus muss.

Ich werde das einmal recherchieren!

Worauf ich hinaus will, ist Folgendes. Diese Häufung von Bekloppten an diesem Abend!

#1 20:06
Lübberstedt Bhf. Erfahre, das sich die Sammeltaxizentrale geirrt hat und mein Fahrgast nicht um 20:06 sondern erst um 21:06 eintrifft.
Entscheide mich zu warten bis der Zug aus Bremen durch ist. Die Chance steht bei 1:1000, das hier Jemand ein Taxi braucht, aber man weiß ja nie.
Der RS2 der Nordwestbahn spuckt einige Bahnfahrer aus. Ich mache mir keine Hoffnungen. Zuletzt schlurft eine Frau mit Rucksack und Rollkoffer Richtung Parkplatz an mir vorbei.
Plötzlich zögert sie und wendet sicher zu um kommt an meinen Wagen.

„Mir wurde gerade im Zug mein ganzes Geld gestohlen! Und deshalb muss ich jetzt zu Fuß nach Steden laufen. HerrTaxifahrer, wie komme ich dort hin?“

Ich erklärte die Strecke und konnte mir nicht vorstellen, das sie die 7 Km ohne Kollaps bewältigt. Ihr ganzes Outfit entsprach einem sogenannten „Used-Look“, wobei der heftige Uringestank etwas von der zerfetzten Kleidung ablenkte.

Nach der 3. Wiederholung der Marschroute zuckelte sie von dannen. Froh, das sie mich nicht nach einem Sonderangebot gefragt hatte, beschloss ich, bis zum nächsten Auftrag kurz in mein nahegelegenes Zuhause zu fahren.

#2 20:10
Loxstedt Hohewurthstrasse, Die Kollegin $Lachtsichimmertot, hat zur selben Zeit einen Winker. Ein Russe, besoffen wie die Russen möchte 300m mitfahren. Die 5€ wären OK.
Aber er wollte sich nicht anschnallen. $Lachtsichimmertot hat ihn dann wieder raus geworfen! Sie hatte es mir hinterher aus voller Kehle lachend berichtet. Lacht immer noch, stirbt nicht wirklich!

#3 23:00
Stubben Bhf. Ich komme aus Beverstedt und habe keine Aufträge mehr offen. Da es seit letzter Woche in Bokel und Stubben eine UMTS-Blase gibt, habe ich mich einfach auf den Parkplatz hinter dem Bahnübergang gestellt, fette 4 Balken dort.
Ich widmete mich gerade der Lektüre von diversen Blogs, da höre ich schräg hinter meinem Passat das Klackern von defekten Rollen eines viel zu schwer bepackten Ziehkoffers!

Er schaute auf mein in schönstes Leuchten gehülltes Taxilicht, beugt sich etwas herunter und:

„Gibt es einen Grund, warum sie hier stehen, HerrTaxifahrer?“

„Nein, ich warte hier auf Fahrgäste, gerade so, wie sie einer sind!“, log ich ohne mit der Wimper zu zucken.

„Sind sie denn frei, oder hat jemand sie bestellt?“

„Ich bin frei und dienstbereit. Wohin soll die Reise gehen?“

„Ach nein, ich gehe lieber zu Fuß. Ich hab mich nur gewundert, weil hier sonst nie ein freies Taxi steht!“

#4 Lübberstedt und Stubben. 00:36+00:42

Wieder die lustige Überschneidung beim Sammeltaxi. Um 00:36 10 Km nach Westen und um 00:42 10 Km nach Osten. Hatte das Thema schon einmal beschrieben, war diesmal aber nicht so einfach zu lösen, da ich die Kunden mangels Nummer nicht anrufen konnte.

Eigentlich wäre das kein Problem gewesen, denn das Sammeltaxi muss immer 1 Stunde vor Fahrtantritt bestellt werden, damit wir vernünftig disponieren können. Das um 00:42 wusste ich seit 23:45. Und das um 00:36 wurde mir erst um 00:01 avisiert. Angeblich hätte mein Handy eine Bandansage geliefert, deshalb sollte ich erst jetzt davon erfahren. Frage mich nur, warum mir das nicht schon um 23:45 mitgeteilt wurde. Ich glaube, der Nachtschichtler hatte das einfach nur versaubeutelt. Bin nämlich gleich um die Ecke in unsere Zentrale gefahren und habe den Festnetzeingang am PC gecheckt, der die Anrufe aufs Handy weiter leitet. Da war kein Kontaktversuch ausser den mir bekannten abzulesen.

Lange Rede…., hätten mich die Bestellungen rechtzeitig erreicht, so wäre meine Kollegin, welche um 00:00 Feierabend hatte, einfach etwas länger geblieben, für eine der beiden Touren.

Ich hatte mich entschieden, zuerst die Tour von Stubben nach Altwistedt zu fahren, denn von dort gibt es eine schöne Abkürzung nach Lübberstedt und keine Blitzer :-).

01:06, das Handy bimmelt, ich nehme an. Nur Krächzen und Kratzen. Das Display zeigt 0 Balken und das Gespräch bricht ab. Gefühlte 20 Versuche und 15 Minuten später hatte ich die Walachei/die Wicken/das Nirgendwo verlassen und endlich wieder etwas Empfangsleistung. Ich hatte die Villa aus Sandstedt an der „Strippe“. Ein zufriedener Kunde möchte die Heimreise antreten. Es war eine lukrative Tour und ich konnte nicht absagen, obwohl mein Bettchen schon angewärmt war.

Ich kam dann 30 Minuten zu spät in Lübberstedt an, der Fahrgast war noch da und nicht mal sonderlich erzürnt. Er hatte sich schon so etwas gedacht und geduldig bei einer halben Schachtel Zigaretten den einsam gelegenen Bahnhof inspiziert.

Mein Dienstschluß war nun auch schon wieder nach Hinten verschoben, aber beim Sammeltaxi gibt keine Kompromisse, die Fahrgäste müssen abgeholt werden.

Nachdem ich meinen Fahrgast in Hagen abgeliefert hatte holte ich meinen letzten Kunden aus Sandstedt ab. Genau 60,00 € zeigte die Uhr, als ich in seine Einfahrt bog und ihn weckte. Er gab kein Trinkgeld, das war mir aber egal. Ich hatte wieder einmal eine abwechselungsreiche Schicht gehabt und sah zu, das ich schnell den Passat gegen meinen knuffigen Polo eintauschte.

„Dunkel wars, der Mond schien Helle, als ein Taxi blitzeschnelle, langsam um die Ecke fuhr…….

 

Warten mit Spaß

Um 15:30 sind die Patienten der Tagespflege im KBR (Krankenhaus BHV Reinckenheide) fertig. Es ist noch etwas Zeit und ich stehe mit dem Kollegen $Omme vor dem Bäckerladen und wir rezensieren gerade die soeben vertilgten Hefeteile, als ein Auto unbekannter Herkunft neben uns zum Stehen kommt.

Der Fahrer beugt sich aus dem Seitenfenster und stellt eine Frage in Englischer Sprache!
Wir hören zu gucken interessiert und zucken nur mit den Schultern, als seine Mimik andeutete eine Antwort würde hilfreich sein.

Er wiederholte sein Anliegen auf Französisch, Spanisch, Russisch und Mandarin!

Alles was wir zu bieten hatten, war ein mittlerweile chronischer Tic rund um Hals und Oberarme.

Kopfschüttelnd fuhr er mit quietschenden Reifen davon.

„Ey HerrTaxifahrer, haste gehört? Der konnte 5 Sprachen?!“

„Und $Omme? Was hat es ihm genutzt?“