Ticker, Samstag der 18.6.16 Teil 1

20:00 Dienstbeginn.

Auf der Fahrt dort hin fiebere ich mit der Isländischen Fußballmannschaft, es ist schließlich EM. Ich biege in Lohe ein, es steht 1:0 für die Insel. In der 98. Minute, ich passierte das Feuerwehrhaus in der S-Kurve, fiel das 1:1. Schade, ich halte gern zu den Nobodys, ich hätte es ihnen gegönnt!

Im Radio läuft „Die Legende von Babylon“, gesungen von Bruce Low. Schon in den 70ern eine Tortur, dieses Cover von Boney M. Es hielt sich 28 Wochen in den Charts, die beste Platzierung war die 6. Wenn das ein Omen sein soll, dann sage ich jetzt schon „Gute Nacht!“

21:16 Sammeltaxi von Offenwarden nach Hagen. Die junge Frau möchte zur Party. Wir hören Neil Diamond, er singt „Forever in Blue Jeans“. Als ich das Lied 1979 hörte, wollte ich auch mein Leben lang diese „Nietenhosen“ tragen. Hab ich geschafft.

22:17 Das was jetzt kommt wäre schon einen eigenständigen Artikel wert! Aber Heute gibt es den Ticker. Es läuft „Sexy“ von Marius MW.

„Sexy,was hast du mit diesem Mann gemacht!?“

Gleich geht’s los, muss erst noch etwas fahren!

Sooooo. Mein Kopf raucht, die Touren sind schön aber alle laufen irgendwie aus dem Ruder.

Erst sollte ich 2 Frauen vom Bahnhof Lübberstedt nach Hagen, ins Pam Pam bringen. Die fand aber nicht vor. Sie hatten sich im Zug vertan und kämen nun eine Dtunde später an. Die Zentrale schickt mir eine Tour in der Nähe. Vom Schützenfest in Axstedt in ein Dorf in der Nähe.

Der Wirt bringt meinen Fahrgast persönlich. Offensichtlich ein Totalschaden, der schnell zu Mutti gebracht werden muss!

„Moin, wohin soll es gehen?“

„Inne Helenenschraaße! Kennste?“

„Klar, haben sie genügend Devisen? Es kommen ca. €110,00 dabei heraus!“

Er öffnet seine Börse mit reichlich 50 ern und ich starte sogleich Richtung Alte B6.

„Fahr mich nach Hause!, ändert er in Höhe Schwanewede seinen Kurs.

Ich erkundigte mich ein weiteres Mal nach seiner Adresse.

„Du bringst mich doch jetzt nach Ihlpohl innen Puff, sicher, machst du das!? Oder?“

Klar, ich teile ihm meine Bereitschaft für alle Schandtaten der Welt mit und lege wieder Kurs südsüdost an, Club 6, sehr gern.

Er änderte seine Meinung noch 5 Mal bis ich endlich am Liebestempel unter der Hochstraße ankam. Er wünschte mir noch einen schönen Abend, vergoldete ihn mit einen 10er Tip und taumelte gegen einen Jägerzaun, rappelte sich auf und fand endlich das Tor mit dem Rotlicht.

Auf dem Rückweg sammele ich meine Mädels auf, die verspäteten. Am Pam springen dann gleich drei junge Männer in meinen Wagen. Sammeltaxi zum Bahnhof zurück!

Der Türsteher würde sie hassen und sie hätten nun lebenslanges Hausverbot. Dabei waren sie sehr höflich, nüchtern, nicht aggressiv, nur traurig über den versauten Abend!

Jetzt warte ich bis 23:37 und nehme weitere 4 Teenies mit ins Pam. So kann es weitergehen!

Im Radio hört man folgendes:

00:08 Großen Pott Kaffee gemacht. Ich stelle mich jetzt am  Pam an, die Türsteher scheinen ja frühzeitig Rücktouren zu organisieren 🙂

3:48 Ich fahre ohne Pause, keine Zeit zum Schreiben,sorry!

Werde den 2. Teil nachliefern.

Brühe gerade schnell den 2. Pott Kaffee und dann geht’s gleich wieder los!

Kaffee ist fertig!

Film ab!

Fahrgäste neigen ja Regelmäßig zu einer übertriebenen Vertrautheit gegenüber dem HerrnTaxifahrer, der sich dann auch anschickt gut zu zuhören, wegen der zu erwartenden Sensation für den Blog, damit der geneigte Leser etwas aussergewöhnliches zum Konsumieren hat.

Neulich hatte ich wieder ein Erlebnis, welches viele Andere hier in diesem Blog in den Schatten stellt. Zu Beginn der Fahrt mit der mir bis dahin unbekannten Frau versuchte ich wie üblich über das Wetter im Südkaukasus oder auf Hawaii mit ihr zu debattieren, um die Tour etwas aufzulockern.

„Schönes Wetter Heute!?“, eröffnete ich klassisch.

„Ich weiss!“, konterte sie meinen Schachzug, um mit einer Rochade vom Klima abzulenken und fortzufahren mit: “ Da sie mich das erste Mal fahren, möchte ich mich kurz vorstellen und etwas berichten, damit sie im Bilde sind!“

Die Büchse der Pandora öffnete sich mit einem lauten knarzen! Ich überprüfte kurz, ob ich auch angeschnallt war und spitzte meine Lauscher.

„Jetzt muss ich zu den Strahlen. Weil der Herr Doktoor nicht auf mich gehört hat! Hätte der früher zugehört, hätte ich diese Operation nicht haben müssen! Ich wollte eine Koloskopie, sie kennen das!?“

Nein nicht wirklich! Aus dem Italienischen kannte ich das Wort „Culo“, welches ins Deutsche übertragen „Arsch“ bedeutete. Mir fiel dann noch ein, das ich als kleiner Junge ein Mikroskop geschenkt bekommen hatte. Damit hatte ich allerlei Dinge betrachtet. In der Summe nahm ich an, das sie gern gehabt hätte, der HerrDoktor hätte ihr mit einem – nicht Mikro –  Skop in den Arsch geschaut! Der Vorspann des Filmes lief umgehend an. Vor meinem geistigen Auge öffnete sich ein Po und ein Optisches Guckwerkzeug schritt hinein.

Sie schaute kurz zu mir herüber, ich nickte, brummte „mmmhmmm!“

„Wenn der mir gleich geglaubt hätte, dann hätte der die Polypen im Darm schon viel früher und ganz leicht entfernen können, die waren bestimmt nur 5mm groß gewesen!“

Durch das Skop konnte ich die lustigen Gesellen sehen, wie sie sich an der Wand des Darm festsaugten und ernährten. Es stellte sich latente Übelkeit bei mir ein und sie legte nach:

„Aber jetzt, als die Schmerzen kamen, da guckt er dumm aus der Wäsche. Jetzt sind die schon auf 4cm angewachsen. Und dort wo sie saßen muß nun gestrahlt werden, wegen der angenommenen Krebsgefahr von 20 %!“

Es folgte noch ein „Rundumblick“ durch die Anamnesen der Verwandtschaft, welche auch unter vergleichbaren Symptomen litten und deren Therapien. Mein Gehirn projizierte riesige plumpe runde Möppel* vor meinem Auge, die frassen und frassen, Alles was ihnen vor kam!

Endlich am Ziel. In 20 Minuten kommt sie wieder von der Bestrahlungstherapie und es geht zurück.

Inzwischen hat es zu Regnen begonnen und ich überlege allen Ernstes, sie darauf anzusprechen.

„Bin ich denn bekloppt?“

 

 

*Möppel sind so Dinger oder auch nicht!

Am Telefon

Heute geht es um den ersten Kontakt. Jetzt nicht mit den „Borg“, sondern mit euch, den potentiellen Kunden.

Um 22:00 leitet die Kollegin aus der Zentrale die Anrufe auf mein Handy um. An sich ist das nichts Neues, wäret da nicht ihr, die potentiellen Fahrgäste. In letzter Zeit häufen sich Gespräche wie folgendes:

„$namedestaxiunternehmens, HerrTaxifahrer an der Strippe, wie werde ich sie am schnellsten wieder los!?“

„$potentiellerKunde hier, ich hätte gern ein Taxi nach Bremerhaven!“

„OK, wohin soll es dann gehen?

Da ich annahm, der Fahrgast wolle von Bremerhaven nach Irgendwohin gefahren werden, benötige ich den Zielort, um den Zeitbedarf zu kalkulieren, oder falls die Fahrt nicht lukrativ ist – BHV ist nicht unser Pflichtfahrgebiet – , sie abzulehnen.

„Hab ich doch gesagt, nach Bremerhaven!“

So oder so ähnlich geht das immer öfter. Ich kapiere einfach nicht, warum die Leute zuerst das Fahrziel sagen, ohne den Abhol-Ort zu nennen. Wie macht ihr das, wenn ihr ein Taxi bestellt? Ich würde die Bestellung immer so beginnen:

„Guten Abend, ich hätte gern einen Wagen in die $xystrasse und möchte nach §egalwelchestadt !“

Das mag jetzt sehr trivial und theoretisch klingen, treibt mir aber leider immer wieder den Puls hoch. Ich kann mich auch nicht einfach anders am Telefon melden und voraussetzten, das Jemand irgendwo abgeholt werden möchte, weil auch anders gelagerte Anrufe erfolgen. Da würde ich sicher die Sammeltaxi-Zentrale nerven, wenn ich die immer frage, wo sie hin möchte. Die will nämlich nirgends hin! Oder der Kollege, der sich nach dem Dienstplan erkundigt. Das provoziert doch nur ellenlange Gespräche um den heißen Brei, sozusagen. Da ich meistens während der Fahrt telefoniere – Freisprechdingens natürlich -, ist jedes überflüssige Wort lästig!

Ich frag noch einmal anders:

„Bin ich zu blöd, die Deutsche Sprache korrekt zu interpretieren?“

Könnte ja auch sein, das ich ’ne Meise habe. 🙁

Mir stinkt haariger Abflug

Freitag der 13. im Taxi.

Zuerst teilt mir meine Kollegin mit, mein Wagen sei mit reichlich Hundehaaren verschmutzt, ein kleiner Schäfi hätte seine Mauser während  der  Fahrt gehabt. Sie hätte keine Zeit zum saugen gehabt! 

Auf dem Weg zu meinem ersten Fahrgast in Bevetstedt suchte ich auf halbem Weg nach meiner Taximappe, um zu schauen, ob der korrekte Kilometerstand vermerkt wurde. Ich fand sie nicht im Auto. Konnte ich auch nicht, denn ich hatte sie beim einräumen meiner Habseligkeiten aufs  Dach hinter das Taxischild gelegt.

Als ich zurück an der Zentrale war, parkte ein unbekanntes Fahrzeug dort. 

„Na, haste was verloren!?“, schmunzelte er mich an und bemerkt:“Habe ich drinnen abgegeben!“

Ich bedankte mich herzlich. In der Tür kam mir schon die Seniorchefin mit einem aufgesetzt ernsten Gesicht entgegen.

„Chefin, hat einer etwas abgegeben?“, scharwenzelte ich um sie herum, um zu sehen, was sie hinter ihrem Rücken verbarg.

Nach angemessener Zappelzeit händigte sie mir die Mappe aus, nicht ohne mir mit einem hämischen Grinsen mein Unvermögen zu quittieren!😊

Mein erster Auftrag hatte es außer sich! Er dampfte quasi alle nur erdenklichen Miefvariation aus. Bier, Schweiß, Urin, bei 26 Grad im Schatten!

Der Gestank wollte sich nicht verziehen, da habe ich ein paar Tropfen meines persönlichen Aftershave auf dem Sitz verteilt!

Der erste Staubsauger , „A“ , hatte so gar keine Lust auf Fell. Er wurde nur heiß, bis er sich zischend abschaltete. Ich drückte „B“ für die verbliebene Zeit und die Flusen verschwanden endlich in seinem Schlund. Einer meiner Kugelschreiber auch. War aber ein billiger!

Anscheinend war es das gewesen, mit meinem Pech für Heute. Noch 90 Minuten, dann ist Pfingsten!

Eins noch zum Schluss. Einem Fahrgast, bekennendem Zeugen Jehovas, wünschte ich wie allen anderen Fahrgästen Heute auch:

„Frohe Pfingsten!“

Da sagt er doch glatt, das wäre ihm egal und solche Feste kenne er in seiner Religion garnicht.

Da konnte ich nur blöd gucken und antwortete:

„Mit so wenig Toleranz müssen sie aber noch einige Wachttürme austragen, sonst kommen sie niemals unter die 144000*, die in euren Himmel dürfen!“

Rotgesichtig schlurfte er von dannen!

*Dogma von 1935. Mehr Zeugen dürfen nicht „weiterleben“!

Frohe Pfingsten, ihr Ungläubigen !

😀😀😀😀😀😀😀😀😀😀

P.S. Das Artikelbild zeigt meine diesjährige Kräutersammlung!

House of Tits (FSK 0)

Vorwort:

Twitter kennen sicher einige von euch!? 140 Zeichen und so. Und da gibt es auch so etwas wie Spam, nervige Postings, Links  oder Bilder, die Einen auf schlimme Seiten locken sollen.

Hauptteil:

Vor einiger Zeit hatte ich einen Tweet verfasst, in dem es um die Vogelfütterung, insbesondere Meisen ging. Das hätte ich wahrscheinlich niemals wieder erinnert, wenn nicht, ja wenn nicht Heute der User „House of Tits“ Interesse in Form einen „Likes“ befindet hätte. Und weil ich nur einen kleinen Account habe, fällt jeder „Like“ noch ins Auge.

Ich bin neugierig, was es meine Follower bzw. Leser betrifft und schaue dann auch gern einmal auf deren Seiten. Aber „House of Tits“? Das ist doch offensichtlich, das hier ein Pornoanschlag verübt werden soll.

Hier der Tweet und ganz mutige klicken dann auf –>Favoriten–>House of Tits!

 

 

Was es alles gibt!?

Selbst gemachte Leiden

Weis der Teufel, weshalb ich mich immer wieder auf Kunden einlasse/verlasse, die eben schnell wo hin möchten, völlig simple Angelegenheit, nur eben einschieben, ruckzuck, gibt auch `nen Euro Trinkgeld!

Gestern Abend in Loxstedt. Es ist 24:00. Es bimmelt das Handy.

Ein Taxi in die „adelige“ Straße bitte. Wir wollen in die Nachtschicht!

Ich schaue zur Uhr und rechne. Um 00:50 muß ich hier am Bahnhof eine Tour fahren. Fünf Minuten zum Abholen, 18 Minuten hin, Drei Minuten kassieren, 18 Minuten zurück. Da bleiben noch satte 6 Minuten Sicherheit!

Leute, das geht nur wenn ihr mitspielt. Geht bitte schon vors Haus. Bin in 4 Minuten dort!

Das Haus kenne ich. Als ich einbiege schiesst es mir gleich durch den Kopf: „Da steht noch Niemand!“

Ich biege in die Hofeinfahrt, sehe nur in einem Fenster Licht, es flackert.

Sitzen die echt noch vor der Glotze!?“

Ich denke gerade daran, einfach wieder wegzufahren.

„Nee, nicht mit mir!“

Da schlurft einer aus der Haustür zu mir rüber, Falsche Bier am Hals und setzt sich rein. Ich erkundige mich, ob wir abfahren können, er verneint, denn sein Kumpel müsse noch die Playstation runterfahren oder so. Arschlöcher!

Nach weiteren vier Minuten und einem Telefonat kommt endlich der zweite Fahrgast. Ich bemühe mich um Contenance, komme aber nicht umhin, zu erklären, in welche Bredouille sie mich nun gebracht haben. Ihr Mitleid hält sich in Grenzen, ich fahre zu schnell. Diese Penner!

Da hab ich mal wieder ein gutes Herz und werde so dafür belohnt. Es sollte noch dicker kommen!

Wenn du bezahlt werden willst, musst du noch in der Georgstrasse bei der §scheissinternetbank halten!

Suuper, diese Mistkröten! Ich trage es mit Humor und witzele mit dem verbliebenen Fahrgast über dieses Geldinstitut. Ich bemerke, das ich dachte, diese Bank gäbe es nur virtuell, so im Internet und ohne Filialen.

„Das ist bestimmt ein Fake!“

Ich kann den Mann sehen, wie er auf dem Terminal herumhackt, glotzt, kopfkratzt, hackt, blöd guckt, wiederkommt. „Weitere 4 Minuten im Arsch!“, denke ich.

Der Automat hätte Leerstand gemeldet. Wusste ichs doch, FAKE-BANK!

Statt nur bis zur Kennedy-Brücke fahren wir jetzt in die Bremerhavener Fußgängerzone rein. Natürlich verboten, aber ich habe keine Zeit, wir müssen zur SPARDA-Bank. Der andere Typ steigt aus und schafft es noch nicht einmal bis in den Vorraum. Die verflixte „dreckshundpisskacken“ Tür öffnet nicht.

Rundumblick. „Wenns um Geld geht,……!“, lese ich.

„Los, beide raus und da hin. Mir scheissegal ob ihr Gebühren habt! Lasst eure Karten glühen!“

Endlich das erlösende *flapflapflapflap* der Geldmaschine. Ich nehme das Fahrgeld in Empfang. Satte 90 Cent Trinkgeld lassen sie mir, „weil das bezahlen so schneller ginge und ich ja auch etwas bekomme solle, für meinen Stress!“

Verdammter Dreck! Ich bin mächtig sauer auf MICH! X-Mal ist das schon so gelaufen und immer wieder stellt mir meine Gutmütigkeit ein Bein. Ok, zügig zurück nach Loxstedt, Frau $zugfahrgast soll nicht zu lange warten. Es ist 00:48. Eine Telefonnummer habe ich nicht von der Frau, sie fährt Sammeltaxi, da erfahren wir keine persönlichen Daten ausser dem Nachnamen.

Mit Bleifuss durchs Cuxland! Ich muss mich stark zusammen reissen nicht zu rasen. Meine letzte derartige Tor-Tour hat vermutlich einen Waschbär das Leben gekostet, weil ich  nicht rechtzeitig bremsen konnte. Ich heule gleich!

Um 01:01 fahre ich am Bahnhof vor. Gähnende Leere all überall.   Ich entschliesse mich, ihren Nachhauseweg abzufahren, um sie ggf. noch aufzugabeln. Niemand zu sehen, ich wende und leuchte den Weg noch einmal aus. Nichts zu sehen.

Aus der Ferne erspähe ich, wie sich die Schranken schliessen und ein Fünkchen Hoffnung keimt in mir auf. Die Schranke ist lange zu, ungewöhnlich lange!

„Ist etwa doch Verlass auf die Bahn und sie kommt zu spät?“

Bahn Rot

Langsam fährt von links die Regionalbahn ein. Es ist 01:12. Ich schaue auf die Anzeigetafel. Keine Verspätung angezeigt. In der Bahn-App auch nicht. „Auch Arschlöcher!“ Alle habe sich gegen mich verschworen!

Meine Fahrgästin entschuldigt sich für die Verspätung. Sehr löblich. Dann erzähle ich ihr, was ich in der Zwischenzeit so gemacht habe.

Wir lachten bis vor ihre Haustür und dann konnte ich endlich gen Feierabend abbiegen.

Die Moral:

Ich werde es vermutlich nie hinbekommen, so eine Tour abzulehnen, weil ich gern einmal erleben möchte, das mein Plan funktioniert!

 

(Jesu Geburt) Faizah Geburt uvm.

1Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von der Kanzlerin Königin der Alemannen – Angela – ausging, daß alle Welt geschätzt werden soll Willkommen sei. Und diese Schätzung Einladung war nicht die 2Allererste und geschah zu der Zeit, da „Horst“, der Nachfolger des „Zehnminuten-Ede“, Landpfleger von Bavaria war. 3 Und Jedermann ging, daß er sich schätzen begrüßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt, zuerst nach München, wo die Untertanen des Horst sie zählten und verteilten auf das Land der Deutschen und Anderen Nordvölker.

Da machte sich auch auf Ibrahim aus Galiläa Syrien, aus der Stadt Aleppo, in das christliche Deutscheland, zur Stadt Heinrichs des Löwen, die da heißt Braunschweig, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Mohammeds war, auf daß er sich begrüßen ließe mit Rana, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger.  Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebären sollte.  Und sie gebar ihre erste Tochter und wickelte sie in Windeln und legte sie in eine fahrbare Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Der Statthalter des Löwen schickte die kleine Familie mit Sack und Pack weiter, mit der blechernen Karawane, um sich niederzulassen in Hagen, dem Dorfe unter der 4 Staleke.

Und es waren Hirten HerrTaxifahrer in derselben Gegend auf dem Felde bei den Gleisen der Metro in dem Örtchen Stubben, der hütete des Nachts die Mobilität. Und siehe, des HERRN  Chauffeur trat zu ihnen, und die Klarheit des Individualverkehrs  leuchtete um sie; und sie fürchteten sich nicht mehr. Und der HerrTaxifahrer  sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die vielen aus eurem Volk widerfahren wird; denn Heute ist ein kleine Abteilung in der Turnhalle in Hagen frei geworden für euch!

Die Reise konnte sobald beginnen, wäre da nicht der Beutel Überseerollkoffer mit den Habseligkeiten und die mobile Krippe mit dem darin schlafenden Kinde gewesen. Auch die 6 Tücher gefüllt mir den Gaben des nördlichen ALDI und der Schlauch mit Gänsewein!

Der Esel mit dem Stern ward Dank der Erfahrung des HerrnTaxifahrer jedoch schnell beladen. Die Maut betrug gerade 28,70 Euronen, da war das Ziel in Sichtweite. Die heiligen Sporthallen waren prächtig illuminiert und eine Menge Landsleute waren auch schon dort.

Und alsbald war da bei dem HerrnTaxifahrer die Menge der himmlischen Heerscharen Security, die malten ein Kreuz auf Ibrahim und Ranas rechte Hand und sprachen: “Diese Nacht könnt ihr hier erst einmal bleiben, alles weitere klärt sich Morgen!

„Und das habt zum Zeichen: Der Odem der Kühe wird euch bald den Weg weisen zu einer kleinen Wohnung im Nachbardorf!“, verkündete ein Samariter herbeischreitend, in seiner weiß-roten Kluft.

„Nun wünsche ich euch viel Glück und das eure Träume vom Frieden in der Welt Wahrheit werden. Fröhliche Weihnachten!“, wünschte HerrTaxifahrer, sackte seine Löhnung ein und machte sich auf den Weg gen Bethlehem zur Zentrale und Blog, die Geschichte zu verkünden, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat.

Und die Blogleser klickten eilend und fanden beide, Rana und Ibrahim, dazu das Kind Faizah in der Krippe liegen.

P.S. Rechtschreibfehler sind absichtlich eingefügt

P.P.S Eben habe ich sie tatsächlich wieder gefahren. Sie haben eine kleine Wohnung in einem Dorf südlich Hagens zugewiesen bekommen. Und was soll ich schreiben, es riecht nach Kuh!

Ich wünsche euch und ganz besonders allen Menschen auf der Flucht, das ihr Ruhe und Frieden findet, in dieser komplizierten Zeit! Für mich ist der Heilige Abend um 20:00 beendet, ich fahre Taxi, bis Morgen früh um 6:00. Es wird sehr viel zu schaffen sein in dieser Nacht, denn in den Tanzpalästen Kasba und Pam Pam ist das Motto in dieser Nacht:

„Psalter und Harfen wacht auf, last uns Rocken!“

22.12.2015

Flüchtlinge kommen seit je her nach Deutschland

Flucht aus Kriegsgebiet

Eiche, unter der im Mittelalter Gericht gehalten wurde

Wo der Hund begraben liegt, oder Sammeltaxi fahren auf dem Dorf (IchBinImRadio)

Das Cuxland, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2015. Dies sind die Abenteuer des HerrnTaxifahrer der in seinem Taxi mit seiner 1 starken Mann Besatzung seit 5 Jahren unterwegs ist, fremde Wohngebiete zu erforschen, fremde Menschen und deren Verhalten. Viele Kilometer von der Zentrale entfernt, dringt der Wagen mit dem gelben Schild in Feldwege und Sackgassen vor, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat!

Nun isses passiert! Der Beitrag ist in der Mediathek von Radio Bremen zu finden.

„Spiel mir das Lied vom Tod“  fand ich ein klein wenig hart aber so ist die Realität hier im Cuxland. Um 10:00 sind die Menschen bei uns auf der Arbeit, oder machen es sich zu Hause schön.

Dafür das wir 3 Stunden unterwegs waren und ich mir den Mund fusselig gequatscht habe, ist diese komprimierte Fassung etwas wenig aussagekräftig, was den eigentlichen Zweck, die Präsentation der ÖPNV-Ergänzung „Anruf-Sammeltaxi“ betrifft und die auf der Strecke blieb. Nun Gut, ich habe in der Vergangenheit schon öfter Radio- und Fernsehinterviews gegeben. Ich hätte es wissen müssen. O-Töne müssen her, lustige Geschichten, damit der Hörer wach bleibt.

In drei Minuten lässt sich die Welt, bzw. unser Taxikosmos eben nicht wirklich erklären. 10 Minuten, gern unterbrochen von neutraler  Musik für den Gang zum Kühlschrank, hätte ich schon angesetzt. Aber die gingen an diesem Tag schon für den Bericht über die verschieden Weihnachtsstollen drauf.

Immerhin, ich hatte etwas Abwechslung und ihr könnt euch jetzt über mich Lustig machen. Auf geht`s!

Und wer es nicht verstanden hat, weil ich genuschelt habe:

Wenn ein betrunkener Axstedter seine Strasse nicht nennen kann, wird er im Winter von mir in der Sparkassenfiliale abgesetzt, damit er nicht erfriert, im Sommer lade ich die Leute bei der Gaststätte Brünjes an deren Eiche ab. Denn ich habe eine Fürsorgepflicht, nicht nur als Taxifahrer. Nach §221 STGB(Aussetzung) mache ich mich sonst ggf. strafbar!

Und die Kotzgeschichte mußte unbedingt da rein, so wollte die Reporterin es haben.

Nun nur noch eine Woche, dann können wir wieder die vierte Zündkerze in den Zylinderkopf schrauben, oder so ähnlich!