Lichtermeer

3 Tage nacheinander fuhr ich einen Umweg, weil in einer schmalen Gasse des Ortes Hagen im Bremischen Blaulicht flackerte und ich die Rettungskräfte nicht stören mochte.

Gestern nun auch Blaulicht auf meiner Ausweichstrecke, es blieb mir nichts Anderes übrig, als mich da hindurch zu schlängeln.

Und was musste ich dort beobachten?

„Liebe Einwohner des Landkreis Cuxhaven, schaltet bitte das hektische Zappeln eurer Weihnachtsbeleuchtung aus!“

#bleibtgesund

Der hat‘s mir aber richtig gegeben!

Auftrag von der Dorfkneipe ins Nachbardorf.

Er reichte mir einen 50 ,00 €-Schein:“Mach Festpreis, das hier muss reichen!“

Die Tour würde nur einen Zwanni kosten. Ich sagte es ihm.

„Willst’e mich verarschen!? Das war ’nen Zehner! Fahr endlich los!“

Nach einer kurzen Fahrt ins Nachbardorf -wo er Niemanden antraf- wollte er wieder zurück.

Gut das ich das Geld schon hatte, denn er begann nun zu quengeln wie teuer das doch Alles und er sei nicht gewillt den angezeigten Preis zu zahlen, ich solle mal nicht so gierig sein!

Zurück an seinem Startpunkt zeigte das Taxameter € 41,20. „Komm, mach € 40 glatt!?, flehte er mich an und händigte mir einen weiteren 50er aus.

Mit Händen und Füßen versuchte ich ihm zu erklären, das er „A“, schon bezahlt hätte und das ich „B“, € 41,20 abzurechnen gedachte, wie es am fairsten für uns beide sei.

„Na Gut, dann mach 45!“

Ich gab ihm einen Fünfer und den zweiten Fünfziger zurück. Nun rastete er aus heiterem Himmel völlig aus und drohte mir mit Schlägen, sollte ich ihm noch einmal widersprechen. Er wisse am Besten, was er zu bezahlen hätte und schließlich wäre ja wohl ein „Festpreis“ vereinbart gewesen.

Er steckte den 5er ein und warf den 50er in den Fußraum meines Wagens.

„So, du schreibst mir nicht vor, was ich zu tun und zu lassen habe!“ verkündete er und warf die Tür zu. Laut nörgelnd, mit den Armen wedelnd wie ein Rumpelstilzchen, schwankte er über seinen Hof.

Ich zählte derweil mein Trinkgeld in Höhe von € 53,80 ab und ärgerte mich, wie schrecklich der Alkohol die Menschen veränderte! 🙂 *

* Dieser Vorfall passt auch gut zu der Geschichte mit dem jungen Mann, der am Ziel einfach weglief, weil er den Fahrpreis sparen wollte. Ich hatte dabei das Geld schon vor Fahrtantritt kassiert und er hätte sogar noch etwas herausbekommen.

Der Oktopode! – Nur für abgehärtete Leser :-) –

Diese Story ist schon ein paar Tage her. Wie ihr sicher bemerktet, hatte ich einige Zeit keine richtige Schreiblust. Aber ich hab mir die heftigsten  Begebenheiten aufs Handy gesprochen und präsentiere diese nun hier.

 

Der Mann hatte ordentlich Alkohol getankt und machte sich sich auf dem Sitz neben mir bequem. Er benötigte einige Hilfe, um in den Sitz zu kommen, sein Kumpel drückte von Außen die Tür zu…, paßt!

Er war so einer aus der Spezies der Traktoristen eines lokalen Maschinenringes und seine gute Kinderstube hat er nach der Führerscheinprüfung wohl verlegt. Jedenfalls war sie nicht mehr da.

Nachdem er mir das Fahrziel genannt hatte, bat er mich nicht zu schnell zu fahren, er wäre etwas krank von einer verschleppten Grippe.

„Aha!“

Er schlief dann nach ein paar Metern ein und schnurrte zuerst wie ein Kätzchen. Dann räusperte er sich. Und er räusperte sich. Und dann mußte er Husten, wachte auf und ein heftiger Nießer verließ seinen Rüssel, nun löste sich ein sagenhafter Furz, der nicht enden wollte. Dabei schaute er auf seine Hand und ich folgte seinem Blick. Dort baumelte  nun ein Popel in der Form eines kleinen Tintenfischchens herab.

„Nooooo,noo,nonono,nooooooooooo!“, schoß es mir durch die Glieder.

Jetzt drehte er den Kopf zu mir, sah mir ganz tief in die Augen.

Und sein Blick sagte: „Nun mal nich‘ so neidisch!“

ENDE

Gute-Laune-Profi?

Also ….., ich lernte bei Zeiten , ohne zu deuten oder zu hinterfragen, zurück zu winken, wenn einem ein Clown zuwinkt!

Genau das hatte ich im Vorbeifahren auf der Suche nach einem verschollenen Kunden getan.

Da ich meinen avisierten Fahrgast nicht an der gemeldeten Haltestelle antraf, dachte ich mir, so ein Clown ist besser als gar kein Kunde! Also fuhr ich flott durch den nächsten Kreisel zurück zum Rotschopf.

Gleich machte mir die Clownin – bei näherem hinsehen konnte man erkennen das sich unter der roten Plastiknase das weibliche Pendant eines Clowns verbarg – einen Vorwurf.

„Erst kommen sie zu spät und dann veralbern Sie mich auch noch! Unverschämtheit!“

Als die Type mit der Pluderhose wieder Luft bekam, erfuhr ich, das sie mich bestellt hätte und nun endlich fahren wolle, weil sie keine Lust mehr habe in der Kälte zu stehen!

Wortlos räumten wir ihre Utensilien in den Kofferraum und immer noch leicht grummelig krabbelte sie ungeschickt mit ihren viel zu großen Kleidern auf die Rückbank.

Wäre ich nicht so professionell, mein höhnisches Lachen hätte den Busparkplatz erzittern lassen, als sie sich mit ihren großen Latschen zwischen Tür und Holm verkeilte, strampelnd wie ein Fisch am Haken. Geschwind half ich ihr aus der misslichen Lage und stieg in den Wagen.

Routiniert legte ich Kurs an Richtung Bahnhof und startete einen Gegenangriff:

„Sind sie eine traurige Clownin?“

„Wieso? Wie kommen sie darauf?“

„Na…,sie versprühen gerade nicht so viel Humor! Aber Nichts für ungut, ich hatte sie eher an einer anderen Haltestelle erwartet. Diese hier ist nämlich verlegt worden; und das ausgerechnet sie, hier mitten im Ort mein Fahrgast seien, das war nicht zu ahnen!

Nach ein paar klärenden Worten gewann sie letztendlich ihr Lachen zurück und wir redeten über ihren heutigen Arbeitstag und das Leben als Spaßmacher.

Ein wenig traurig sah es dann doch aus, als ich am Bahnsteig noch einmal zurück blickte. Da stand Jemand mit völlig unpassender Kleidung, knallroten Haaren und einem viel zu kleinen Hut vier Tage nach Ende des Karnevals im strömenden Regen und wartete auf den Zug nach Hause.

“Wir fliegen nach Afrikaaaa!“

Ein Fahrgast hat mich Heute so heftig auf dem falschen Fuß erwischt. Ich war sprachlos, fast schon gelähmt! Also, meine Denkfabrik wollte mittelfristig keine Sinn gebenden Wortfolgen produzieren!

Zum Dienstbeginn traf ich im Vorbeigehen noch kurz auf meinen gut gelaunten Chef: „Du hast gleich eine Flughafenfahrt, sehr schön!“

Ich nahm an, seine Begeisterung rührte daher, das die Zentrale mich ausgewählt hatte, denn Ausnahmsweise hatte ich ein frisches Leibchen an und roch ganz dezent nach „Old Spice“.

4 Erwachsene und 2 Kinder inclusive Gepäck waren zu chauffieren.

Am Abholort standen schon Alle Spalier mit ihren Koffern um schnellst möglich einzuladen und den Urlaub zu beginnen.

Wärend die „Großen“ sich mit dem Gepäck beschäftigten, begab ich mich in den Font, um schon einmal die beiden Kinder in ihren Sitzen anzuschnallen.

Zu diesem Behufe krabbelte ich auf die Rückbank und beugte mich etwas über den 5-Jährigen, um den Gurt zu verlegen und zu fixieren.

Der Knirps starrte mich dabei mit einem erstauntem Blick an, legte seinen Kopf leicht schräg, um sogleich laut und klar eine Bemerkung abzusondern:

„Warum hast du da oben keine Haare? Hast du die abSaRiert?“

Wie ich schon schrieb wollte mir einfach keine passende, weder überhaupt eine Antwort einfallen. Wer rechnet schon damit, auf solche Weise mit seinem verkümmerten Haarschopf konfrontiert zu werden!?

Auf Nachfrage erklärte der Vater, ich sei der erste Glatzköpfige, der dem Jungen untergekommen wäre.

Peinlich war mir jetzt nicht die Topographie meines Schädels, sondern nur der Umstand, das ich dem Kind nicht umgehend eine plausible Erklärung geliefert hatte.

Auf Wunsch durfte der Junge dann vorn zwischen mir und seinem Erzeuger sitzen. Hinten war es zu voll geworden. Nach etwa der Hälfte der Strecke bemerkte die Mutter, das sich der kleinere Bruder in die Hose gemacht hat denn sie hätte es am veränderten Geruch erkannt.

Darauf hin der „große“ Bruder:

„Meine Kacke riecht nicht nach Kacke! Meine Kacke riecht nach Süßigkeiten!“

Und jetzt habe ich schon den dritten Tag hintereinander ein Kopfkino!

Schönen Tag noch!

Rrrrriiiiiisikooooo!

Irgendwie bewundere ich den Mut der Postbotin, ohne Vorwarnung respektive Blinker oder Handzeichen voll Karacho knapp vor mir auf die Hauptstraße zu preschen, um der Welt die wichtigsten Neuigkeiten oder Schnäppchen von der Amazone zu liefern.

Allerdings frage ich mich, ob ihr dabei bewusst ist, das ihr anthrazit-metallic farbener Leih-Caddy nicht unbedingt an das gewohnt gelbe Wägelchen ihres Arbeitgebers erinnert, das quasi von Haus aus von Jedermann als gefährliches Fahrzeug erkannt werden kann!?

Wenigstens bedankte sie sich, das ich bremste und knapp vor ihrer Fahrertür zum stehen kam.