Obacht! Impfmücken!

Laut diverser Vertrauen erweckender Nachrichten-Websites wurde nun aufgedeckt, wie die Bundesregierung gedenkt Impfgegner gegen ihren Willen „Zwangszuimmunisieren“!

Kommentar eines anonymen Facebook-Nutzers (Martin M.):

„Im Ernst jetzt? Wow… Und ich dachte bisher immer, die Zwangsimpfung geschieht durch am Boden haftende Impfstoffe, die über die Füße bis zum Hintern kriechen, um dann durch den Darm ins Blut zu gelangen. Man soll es wohl nur daran merken, dass man „La Cucaracha“ pupst und dabei unbedingt die Weltherrschaft will. Ts ts ts, ich lag wohl falsch. Es sind IMPFMÜCKEN unterwegs! Ich naives Schaf wieder… „

Also Augen auf und vergesst auf keinen Fall das Anti-Ungeziefer-Spray aufzutragen!

Euer HerrTaxifahrer

Such…, suuuuch…!

Ich war mit meinem Fahrgast schon auf halbem Weg zum Ziel, da tippt er mir auf die Schulter, damit ich ihn anschaue.

Er möchte etwas. Er zeigt mir seinen Hausschlüssel und tippt dann auf die Mittelkonsole.

Seine Behinderung ist mir nicht bekannt, er spricht jedoch nur wenige Worte und leidet offensichtlich an Vergesslichkeit.

Ich sage Gegenstände auf, in der Hoffnung er würde nicken. Er fand meinen Vorschlag gut, wieder nach Haus zu fahren. Da sei etwas das er benötige, erriet ich.

Er tippte wieder auf die Konsole und malte mit dem Finger ein Rechteck, ein kleines.

„Zigaretten?“

Er schüttelte den Kopf und er tippte und malte das Rechteck etwas größer: „Soooooo!“

Ich nahm seinen Hausschlüssel, während er gehbehindert im Taxi verharrte und suchte seine Wohnung nach verschieden großen Rechtecken ab, entdeckte jedoch nichts passendes.

Ich lief zum Wagen, machte ein dummes Gesicht und er malte ein DIN A 5 großes Rechteck und daneben auch noch ein Dreieck.

Er strengte sich an, zu erinnern, was er vergessen hatte.

„Tochter hat es mir gesagt!“, Platze es aus ihm heraus, befreit grinsend über beide Backen.

Ich guckte weiter blöd.

Er guckte verzweifelt.

Ich scrollte durch den Fahrauftrag. Da stand doch glatt die Telefonnummer der Tochter drunter! Sofort angerufen und erfahren, um was es ging.

In seinem Flur stand ein Rolli, an dessen Griffen auf der einen Seite eine rechteckige Tüte mit Verordnung und Taxischein, an der Anderen eine FFP2-Maske.

Vorsichtshalber habe ich dann auch gleich den Rolli mit eingepackt, man weiß ja nie!

Nein Fahrgast strahlte nun wie die Frühlingssonne nachmittags um zwei und wir konnten nun endlich nach Bremerhaven zum Klauenschneider*!

*Podologe

Lichtermeer

3 Tage nacheinander fuhr ich einen Umweg, weil in einer schmalen Gasse des Ortes Hagen im Bremischen Blaulicht flackerte und ich die Rettungskräfte nicht stören mochte.

Gestern nun auch Blaulicht auf meiner Ausweichstrecke, es blieb mir nichts Anderes übrig, als mich da hindurch zu schlängeln.

Und was musste ich dort beobachten?

„Liebe Einwohner des Landkreis Cuxhaven, schaltet bitte das hektische Zappeln eurer Weihnachtsbeleuchtung aus!“

#bleibtgesund

Gute-Laune-Profi?

Also ….., ich lernte bei Zeiten , ohne zu deuten oder zu hinterfragen, zurück zu winken, wenn einem ein Clown zuwinkt!

Genau das hatte ich im Vorbeifahren auf der Suche nach einem verschollenen Kunden getan.

Da ich meinen avisierten Fahrgast nicht an der gemeldeten Haltestelle antraf, dachte ich mir, so ein Clown ist besser als gar kein Kunde! Also fuhr ich flott durch den nächsten Kreisel zurück zum Rotschopf.

Gleich machte mir die Clownin – bei näherem hinsehen konnte man erkennen das sich unter der roten Plastiknase das weibliche Pendant eines Clowns verbarg – einen Vorwurf.

„Erst kommen sie zu spät und dann veralbern Sie mich auch noch! Unverschämtheit!“

Als die Type mit der Pluderhose wieder Luft bekam, erfuhr ich, das sie mich bestellt hätte und nun endlich fahren wolle, weil sie keine Lust mehr habe in der Kälte zu stehen!

Wortlos räumten wir ihre Utensilien in den Kofferraum und immer noch leicht grummelig krabbelte sie ungeschickt mit ihren viel zu großen Kleidern auf die Rückbank.

Wäre ich nicht so professionell, mein höhnisches Lachen hätte den Busparkplatz erzittern lassen, als sie sich mit ihren großen Latschen zwischen Tür und Holm verkeilte, strampelnd wie ein Fisch am Haken. Geschwind half ich ihr aus der misslichen Lage und stieg in den Wagen.

Routiniert legte ich Kurs an Richtung Bahnhof und startete einen Gegenangriff:

„Sind sie eine traurige Clownin?“

„Wieso? Wie kommen sie darauf?“

„Na…,sie versprühen gerade nicht so viel Humor! Aber Nichts für ungut, ich hatte sie eher an einer anderen Haltestelle erwartet. Diese hier ist nämlich verlegt worden; und das ausgerechnet sie, hier mitten im Ort mein Fahrgast seien, das war nicht zu ahnen!

Nach ein paar klärenden Worten gewann sie letztendlich ihr Lachen zurück und wir redeten über ihren heutigen Arbeitstag und das Leben als Spaßmacher.

Ein wenig traurig sah es dann doch aus, als ich am Bahnsteig noch einmal zurück blickte. Da stand Jemand mit völlig unpassender Kleidung, knallroten Haaren und einem viel zu kleinen Hut vier Tage nach Ende des Karnevals im strömenden Regen und wartete auf den Zug nach Hause.

“Wir fliegen nach Afrikaaaa!“

Ein Fahrgast hat mich Heute so heftig auf dem falschen Fuß erwischt. Ich war sprachlos, fast schon gelähmt! Also, meine Denkfabrik wollte mittelfristig keine Sinn gebenden Wortfolgen produzieren!

Zum Dienstbeginn traf ich im Vorbeigehen noch kurz auf meinen gut gelaunten Chef: „Du hast gleich eine Flughafenfahrt, sehr schön!“

Ich nahm an, seine Begeisterung rührte daher, das die Zentrale mich ausgewählt hatte, denn Ausnahmsweise hatte ich ein frisches Leibchen an und roch ganz dezent nach „Old Spice“.

4 Erwachsene und 2 Kinder inclusive Gepäck waren zu chauffieren.

Am Abholort standen schon Alle Spalier mit ihren Koffern um schnellst möglich einzuladen und den Urlaub zu beginnen.

Wärend die „Großen“ sich mit dem Gepäck beschäftigten, begab ich mich in den Font, um schon einmal die beiden Kinder in ihren Sitzen anzuschnallen.

Zu diesem Behufe krabbelte ich auf die Rückbank und beugte mich etwas über den 5-Jährigen, um den Gurt zu verlegen und zu fixieren.

Der Knirps starrte mich dabei mit einem erstauntem Blick an, legte seinen Kopf leicht schräg, um sogleich laut und klar eine Bemerkung abzusondern:

„Warum hast du da oben keine Haare? Hast du die abSaRiert?“

Wie ich schon schrieb wollte mir einfach keine passende, weder überhaupt eine Antwort einfallen. Wer rechnet schon damit, auf solche Weise mit seinem verkümmerten Haarschopf konfrontiert zu werden!?

Auf Nachfrage erklärte der Vater, ich sei der erste Glatzköpfige, der dem Jungen untergekommen wäre.

Peinlich war mir jetzt nicht die Topographie meines Schädels, sondern nur der Umstand, das ich dem Kind nicht umgehend eine plausible Erklärung geliefert hatte.

Auf Wunsch durfte der Junge dann vorn zwischen mir und seinem Erzeuger sitzen. Hinten war es zu voll geworden. Nach etwa der Hälfte der Strecke bemerkte die Mutter, das sich der kleinere Bruder in die Hose gemacht hat denn sie hätte es am veränderten Geruch erkannt.

Darauf hin der „große“ Bruder:

„Meine Kacke riecht nicht nach Kacke! Meine Kacke riecht nach Süßigkeiten!“

Und jetzt habe ich schon den dritten Tag hintereinander ein Kopfkino!

Schönen Tag noch!

An die Luft gesetzt!

Mein Auftrag, einen Fahrgast in Stubben am Bahnhof abzuholen, gestaltete sich nicht so, wie geplant. Mitfahrer in seinem Zug hatten die Notbremse betätigt und so die Abfahrt verzögert.

Also schob ich eine Fahrt dazwischen und versprach meinem Fahrgast, ihn in Lunestedt abzuholen, dort wo der Zug gerade herumstand.

Dort angekommen kam er zögernd auf mich zu, mir schwante Unheil, wie genau, konnte ich noch nicht fühlen.

„Hey, HerrTaxifahrer, können die Beiden mitfahren!?“, rief er mir zu, dann schritt er zügig ans Beifahrerfenster und eröffnete mir flüsternd, das die beiden Herren in seinem Schlepptau etwas sehr besoffen seien, ziemlich verpeilt und das der, der gerade an den Fahrradständer hustete, derjenige sei, welcher die Notbremse zog.

„Suuuuper!“, dachte ich mir. so oder so gäbe das eine Story für den Blog und da schon lange keine dollen Typen mehr im Taxi saßen, trat ich mit den Beiden in die Preisverhandlungen für den Transport in ihr Dorf in etwa 60 Kilometern Entfernung ein.

„20!“
„120!“
„40!“
„120!“
„50!“
„Der nächste Zug geht in 4 Stunden, es herrscht Frost. Und schlußendlich muß ich leer zurück fahren. 120!“

Sie hatten keinen Bock mehr auf meine Aufrufe und nahmen erst mal Platz im Fond. Der „Bremser“ Rechts, sein etwas moderaterer Kumpel hinter mir.

„Also sind wir uns einig über 120!? Dann halte ich gleich vorn bei der Kasse. Es gäbe doch nichts peinlicheres, als wenn ihr pleite wärd!“
Von Hinten grummelte es irgendwie „Ausbeuter, Volksbank und Ja,Ja“.

„Was kostet eigentlich die Notbremse?“, warf ich etwas vorwitzig ein, bekam aber nur beschieden, das die Security der Regionalbahn wohl ein Einsehen gehabt hätte und keine Personalien aufgenommen worden waren. Da hatte der „Bremser“, so denke ich, richtig Massel gehabt, das er sie genau beim Halt im Bahnhof aktiviert hatte und der Zug wohl keine teuren Bremsungen einleiten mußte und natürlich Niemand verletzt worden war. Nur eine etwas längere Standzeit kam dabei heraus. Ich finde, da hat die Zugmannschaft richtig gehandelt! (Oder, HerrS-Bahnfahrer?)

Der Bremser holte Geld und händigte es mir ohne weitere Bettelei aus. Nun hies es nur noch meinen ursprünglichen Fahrgast (der übrigens sehr cool ist, aber immer erst „Rein“ muß, um Fahrgeld von Mutti zu holen) zu Hause in Beverstedt abzuliefern.

Gesagt, gefahren!

Von Beverstedt aus führte uns das Navi auf der kürzesten Strecke durch das Teufelsmoor bis in den Osten Bremens. Der „Bremser“ hatte offensichtlich ein Problem und sein Kumpel war am Arsch, weil er ihn immer aus der Scheiße holen mußte. Die Notbremse war wegen eines Streits mit irgendwelchen Frauen gezogen worden.

Tenor vom „Bremser“: „Hätte ich die Notbremse nicht gezogen, hätte ich die Alte kalt gemacht!“

Na gut, das kann man gelten lassen! Die Fahrt übers Land dauerte gut 70 Minuten. Nebel, enge und unbekannte Wege ließen uns nur langsam vorankommen. Der „Bremser“ versuchte sich unermüdlich als Opfer seiner selbst darzustellen. Dabei war es einer, der den Streit sucht. Immer gespannt, wie eine Mausefalle (so eine mit Bügel und Feder, keine wo die Mäuse nur so rein laufen und nicht zurück können). Und wenn es dann wieder einmal gekracht hatte, fand er einen passablen Grund, warum gerade er zuschlagen mußte, denn schließlich sei er von Haus aus lammfromm.

Während seiner Ausführungen tapste er mir ständig, mit variierendem Druck von Hinten auf meine rechte Schulter.
*taps taps taps taps taps taps taps*
Bei mir dachte ich, ihn lieber gewähren zu lassen, den ich wollte die Lunte nicht anzünden, die an ihm hing. Endlich, nach halber Strecke etwa, war es sein Kumpel, der ihm Auftrug doch nicht immer den Taxifahrer zu schlagen. Mittlerweile war es mir egal geworden, denn ich hatte gar kein Gefühl mehr. Vom Hals abwärts bis zum Ellenbogen spürte ich nichts außer Taubheit. Vielleicht auch ein wenig Schwellung. Doch ich wollte nicht 20 Kilometer vorm Ziel einen Ausbruch seiner Wut zu riskieren.

Die Themen wurden nun immer persönlicher. Wo sein Kumpel und ich zu Beginn der Tour noch das eine oder Andere verständnisvolle raunen hören liessen, er liess extra Pausen, damit wir ihm unsere Bestätigung geben konnten, dort fand jetzt nur noch ein Monolog statt, über seine vielen Frauen, die er rausgeschmissen hätte, die vielen Nebenbuhler, die ihn um Schläge gebeten hätten.

Und immer wieder *taps taps taps*.

Ich rutschte soweit es ging nach links zur Tür und in den Sitz. Das half nur für Momente, denn er beugte sich vor und buhlte um meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Hatte er etwa Angst, das ich einschlafe und ihm nicht mehr folgte? *taps taps taps* Was dachte er, wie würden wir von Fleck kommen? Natürlich blieb ich wach. Ich mußte doch jeden Moment bereit sein, wegzulaufen. Denn ich bin kein guter Schläger, aber laufen ginge noch!

Dann passierte alles ganz schnell.Wir waren am Ziel und verabschiedeten uns. Sie dankten mir für die ruhige und sichere Fahrweise, sowie für den fairen Preis. Ich hätte doch genau das erhalten, was es Wert sei und solle mich niemals im Preis drücken lassen. Ein letztes Mal tapste er meine Schulter oder das, was davon übrig geblieben war.

Wahre Liebe

Die Frau ist kompliziert, weil sie unentwegt redet, sich beklagt, Niemand hätte mehr Zeit.

Am wenigsten sie, denn sie wolle zwischen zwei Lieblings-Fernsehserien schnell in den Edeka gefahren werden.

Außerdem stören sie die Blicke der Menschen, das brüllt Sie mir bei der Rückfahrt ins Ohr.

Ich glaube, es liegt an ihrem T-Shirt, welches ihre Brüste nicht mehr bändigen kann. Maurer- Dekolleté auch inclusive und es ist deutlich eine respektable Wollmaus in ihrem Bauchnabel zu erkennen.

„Blöder Glotzer! Ey, verpiss dich!“, klingt aus dem Munde dieser Frau schon fast wie eine zärtliche Liebeserklärung , während sie zum Taxi wabbelnd Passanten wegscheucht und beleidigt.

Ich verstecke mich hinter dem Wagen und lade ihren Einkauf um, schäme mich, für solche Menschen arbeiten zu müssen. Mitleidige Blicke brennen sich in meine Haut ein. Bloß schnell weg hier!

Sie bittet mich, ihren Einkauf hochzutragen, ich verneine.

Sie klingelt Sturm.Weil es dauert, bis der Summer die Tür öffnet, flucht sie gegen die Hauswand, ich fürchte, das Gebäude kollabiert gleich.

Sie ruft hoch, zu ihrem Lebensgefährten. „Du alter Sack, hilf mir tragen!“

Er schlurft herunter, greift sich ein Sechser-Pack Bier aus einem der Beutel und verschwindet maulend:“ Den Rest kannste alleine, du verfressenes Stück!“

Endlich bin ich fertig mit meiner Buchhaltung und kann hier weg.

Im Rückspiegel sehe ich, wie das Haus eine Träne aus der Dachrinne in die Regentonne plumpsen lässt. Armes Haus!