Hatte diesen Code gestern im Taxi angebracht. Läuft schon wieder!
Fahrgast/Fahrgästin
Die Artistin (2)
„Uff, das war gerade noch einmal gut gegangen!“
Jetzt blieb mir nur noch, dem Chef den Brandfleck zu erklären, aber da ich ja nicht mehr rauchte war die Sache geritzt. Es waren keine Ausflüchte nötig, der „Täter“ dingfest! Es war allerdings kein so großer Schaden, als das es sich lohnte, Behebung zu verlangen.
Neben mir ächzte und grunzte meine Fahrgästin, nuschelte etwas vor sich hin, das wie „N’ause jetz!“ klang.
„Verzeihung, bitte schnallen sie sich an, sie kennen das ja mit der STVO, Polizei, Bußgeld usw.!“
Geht nich…..?
Ich stieg wieder aus, öffnete die Beifahrertür und zog ihr den Gurt Richtung Schloß. Bevor ich vorn über stürzte und in ihrem ätzenden Ausschnitt verenden würde, gab ich ihr das Ende zum Festhalten und rastete den Gurt vom Fahrersitz aus ein.
„Sie tragen mir aber gleich noch die Tüten hoch!“
„NEIN!“
Wie aus der Pistole geschossen lehnte ich den Auftrag laut und klar ab. Normal erledige ich alles, was mir angetragen wird, aber irgendwann ist der Ofen aus! Sie begann zu jammern:
Alles ist sooo anstrengend. Immer dieser Stress! Nie ist etwas einfach, ich würde gern einmal meine Ruhe haben!
Dachte ich mir auch gerade. Ich hakte nach, sie würde doch nicht arbeiten gehen, da hätte sie doch den ganzen Tag Zeit alles gemütlich zu erledigen.
Nein, ich habe nie Zeit! Und jetzt muss mein Lebensgefährte die Sachen hoch tragen…..!?
„Au weiah, die sind zu zweit!“, hoffentlich ist das nicht ansteckend.
Unter Tränen – ach nein, es war Schweiß – zückte sie ihre Börse, gab mir die geforderten 5 € und ein paar Zerquetschte.
Ich stieg schnell aus, riss den Kofferraum auf und stellte fix ihre Sachen vors Haus, grüsste und machte mich auf den Weg zum nächsten Auftrag.
Die Moral:
Bleibt auf der Strecke. Eigentlich bin ich immer behilflich, auch wenn es etwas Zeit kostet. Ich erwarte von Hilfebedürftigen auch keinen Vorschuss, im Gegenteil, ich gehe gern in Vorleistung, wie ihr hier gelesen hattet. Ich achte aber darauf, das ich meine hauptsächliche Arbeit – das Fahren – nicht vernachlässige.
Liebe Fahrgäste, wenn ihr Extrawünsche habt, dann benehmt euch nicht wie die Axt im Wald. Guten Service gibt es nur gegen normales Benehmen, Super-Service gern gegen Freundlichkeit oder Bares 🙂 !
Die Artistin (1)
Bitte nehmt es mir nicht übel, wenn ich heute wieder einmal über einen Fahrgast herziehe. Ich hab leider Niemand anderen zum Demütigen….zumindest einen, wo es mir so viel Spaß bringt.
Die Frau – oder ist es vielleicht doch ein Mann ? (ist mir eigentlich egal) – stieg an einem Montag zu, einem der ersten schönen warmen Frühlingstage dieses Jahres.Dazu hatte ich mir extra schon das Fell aus meiner Weste geknöpft, um das laue Lüftchen (20 Grad) zu geniessen.
Meine Fahrgästin – oder ist es vielleicht ein Mann? – herrschte mich an, das Fenster zu schliessen und die Heizung anzustellen, ihr/ihm sei kalt. Also doch eine Frau, die frösteln ja immer … 🙂 , naja, egal.
Diese übellaunige Person hatte ich schon des öfteren transportiert, wußte aber nichts über sie, denn sie gab immer nur Kurzbefehle von sich. Die Touren waren nie länger als 5 Minuten. Sie ist immer außer Atem, zu klein für ihr Gewicht und müffelt nach nachaktiven Waldbewohnern. Wahrscheinlich eine Verwandte vom „Frettchen„.
Ich schloss also das Fenster, spielte ein wenig an der Klimaanlage ohne sie einzuschalten, warf ein Bonbon ein und erreichte nach 2 Minuten ihren lokalen Lebensmittelhändler. Sie würde später anrufen, wegen der Heimreise.
In Absprache mit der Zentrale blieb ich auf dem Parkplatz stehen und wartete auf es. Vorsorglich öffnete ich schon einmal die Scheiben der beiden hinteren Fenster. Bis wir bei ihr zu Hause sind, würde sie das nicht bemerken, dachte ich.
Und da erschien sie schon nach wenigen Minuten mit einem prall gefüllten Einkaufswagen und rollte damit auf meinen Wagen zu. MIr schwante nichts Gutes!
„Machen Sie das in die Tüten, sonst fliegt das alles lose rum. Aber nichts kaputt machen.
Alter Schwede, ich schaute drein wie ein Auto, sagte man früher. Autos schienen damals ziemlich bedeppert geschaut zu haben, jedenfalls war ich paralysiert und begann stoisch mit dem Einräumen ihrer Beutestücke. Jede Widerrede hätte die Fahrt verzögert und das wollte ich unbedingt vermeiden.
Pflichtbewusst erledigte ich den Frondienst, setzte mich in den Wagen und schaute zu, wie das Ungetüm mit der 3. Kippe im Mund den Einkaufswagen zurück in die Reihe schob. Etwas ungeschickt ruckelte sie an dem Mechanismus, der das Geldstück beherbergte, welches als Geisel in einem kleinen Plastikgehäuse auf seine Befreiung wartete.
*plongs,pling,roller,roller,pling*
Das Euro-Stück war ihr entglitten, auf’s Pflaster gefallen und in einem Kreis um sie herum gerollt, bis es vor ihren Füßen zu liegen kam.
Sie bückte sich. Nein. Doch. Nein.
Es war nicht wirklich der Versuch des „uns“ bekannten Vorbeugens zum Zwecke des Ergreifens irgendwelcher Sachen vor oder unter sich, sondern es sah aus, wie das Nicken, wenn wir auf der anderen Straßenseite einen uns bekannten Finanzbeamten erkennen.
Sie nickte also 2-3 Mal ohne Erfolg. Ihre Arme langten nicht bis zum Boden. Sie schaute zu mir herüber.
Keine Chance Mädchen!
Vorsorglich hatte ich mein Tourenbuch in die Hand genommen und tat so, als würde ich den Jahresabschluß durchführen.
Im Augenwinkel bekam ich dann ein Evolution „live“ und in Farbe präsentiert. Das viel zu unbewegliche „Weibchen“ wollte sich eines Trick`s bedienen, um an ihr sauer abgehobenes Geld zu gelangen. Gefühlte 2 Minuten versuchte sie – ernsthaft und konzentriert – die Münze mit Hilfe einer ihrer Fußspitzen auf die Kante zu stellen, damit sie so um 90 Grad aufgerichtet leichter gegriffen werden könne.
Fußballer würden vielleicht versuchen, mit einem schnellen „Spitze-Hacke“ die Münze in die Luft zu schleudern und dann zu fangen, aber dazu fehlte ihr die Spannkraft.
Leider führten die Versuche nicht zum Erfolg und sie Griff auf jahrelange Erfahrung im Umgang mit Menschen zurück.
Wie ein Radar suchte sie das nähere Umfeld ab, entdeckte ein junges „Männchen“ und ersuchte befahl ihm, die Münze aufzuheben. Der junge Mann tat wie ihm aufgetragen, überreichte die Münze und verschwand.
Für die 20 m zum Taxi steckte sie sich erst mal noch Eine an, um sie nach 3 Zügen während des Einstiegs weg zu schnipsen.
Hat nicht geklappt!
Die Kippe landete im Fußraum und dort begann es sofort zu schmurgeln.
Denkste, ich werde der doch nicht den Rock hochziehen, damit ich an die Zichte komme! Ich spurtete um den Wagen herum, rief ihr dabei zu, die Füße hoch zu nehmen und konnte so einen schlimmen Fahrzeugbrand verhindern.
Was dann geschah, veranlasste mich überhaupt erst diesen Artikel zu schreiben.
Und das erfahrt ihr Morgen oder so…….
Trepp auf, Trepp ab!
Die Beseitigung von Bahnübergängen hat für uns Autofahrer nur Vorteile. Im aktuellen Fall wurde eine Brücke für uns geschaffen, um künftig ohne an der Schranke warten zu müssen zum Ziel zu kommen. Gerade für Polizei, Feuerwehr und Notärzte im Einsatz ist das nervenschonend.
Auch der Taxifahrer kann entspannter sein, denn immerfort, während der Wartezeit vor den Gleisen kam die Frage, warum denn das Taxameter weiter zählte, obwohl man ja schliesslich nicht führe!
Wie ich schon schrieb, wurde der „höhengleiche Bahnübergang“ durch eine Brücke ersetzt. Eine ganze Zeit sah es so aus, als ob die Überquerung der Schienen durch Fussgänger, Fahrräder und Rollis weiterhin ermöglicht werden würde, da die ursprünglich geplanten Treppen nicht gebaut worden waren. Ein grosses aufatmen beim „langsamen Verkehr“!
Doch letzte Woche rückten auf einmal doch die Bauarbeiter mit dem Bagger an, um Stiegen in den Wall zu betonieren.
Was mich dabei besonders ärgert, ist wieder einmal die Verschwendung. Die erst vor wenigen Wochen für „teures“ Geld fertig gestellten Strassengeländer werden jetzt wieder mit dem Trennjäger zerteilt und verschrottet.Ich bin echt gespannt, wie die Bahnbenutzer diese Querung nutzen werden, denn bei geschlossenen Schranken ist die Anfängerstrecke über den Fußweg – ohne Treppenstufen – 1000m lang. Diese neue Fortgeschrittenen-Prüfung erspart vielleicht 300m. Wenn es knapp wird, springen einige einfach über die Gleise.
Mein Vorschlag wäre, die große Schranke durch eine kleine zu ersetzten. Und gefährlich ist das auch nicht, wenn man aufmerksam ist und auch mal nach Links und Rechts schaut!
„Tote Hose“
Hier ist einfach nichts los. Nach meinem freien Wochenende war ich schon richtig heiss auf’s fahren. Wurde aber nicht viel draus, denn Fahrgäste waren dünn gesät, wenn überhaupt noch von sähen die Rede sein kann, eher gepflanzt, so rar machen die sich gerade.
Eigentlich ist das ja „Wurscht“, denn Dank Stundenlohn und Büro mit Sofa und Fernseher ist das Warten nicht so arg anstrengend, als sässe ich stundenlang im Taxi in einer langen Schlange vor dem Bahnhof irgendeiner Großstadt.
Der Nachteil liegt darin, das ich kein „Material“ für Taxigeschichten bekomme. Der durchschnittliche Fahrgast benimmt sich, zahlt bar, wartet schon an der Straße bis ich auftauche und redet mit mir über das Wetter. Es ist laaaaangweilig!
Und so Geschichten ausdenken, das ist eher was für die dunkle Jahreszeit.Jedenfalls für meinen einen. Bitte drückt mir die Daumen, das Heute Abend ein paar Freaks losgelassen werden und in mein Taxi steigen!
Bis denne….
Mitdenken erwünscht!
Die Kollegen in der Zentrale sind uns Fahrern gegenüber grundsätzlich sehr aufgeschlossen und höflich. Sie trauen uns etwas zu, melden uns Blitzer und Staus, versorgen uns mit Arbeit, rufen den Feierabend aus und vieles mehr.
Ende letzten Monats fühlte ich mich allerdings etwas überfordert. Bei der Übermittlung der Abholadressen ist gelegentlich etwas Fantasie erforderlich. Mal fehlt der Name, der Ort oder die Strasse/Hausnummer. Meistens bei den Stadtbekannten Müßiggängern oder Stammgästen, weil die Jeder kennen sollte.
Aber wenn weder Name, noch Strasse und sogar der Ort nicht ganz sicher sind, will mir so sporadisch Niemand einfallen!
Auf Nachfrage stellte sich dann heraus, das es einfach nur eine Frage an mich sein sollte, ob ich nach der eben stattgefundenen Tour im Büro Hagen oder woanders (Loxstedt/Bokel) meine Zelte aufschlagen wolle. Ich hatte nämlich den Daimler, bei dem sich der Funk manchmal ausschaltet und meine Handy war auf „stumm“ geschaltet, so daß nur diese Möglichkeit blieb, mich zu kontaktieren. Wow, sind die gewieft!?
Demnächst seiht ihr mich bei RTL, Sonntag Abends um Sieben, wenn es wieder heisst:“HerrTaxifahrer, bitte melde dich!“
Assimiliert
Der junge Mann war als Schüler sehr viel mit dem Sammeltaxi unterwegs. Jetzt studiert er in Bremen, benutzt es nur noch wenn er auf Besuch ist und man merkt, das er zum Städter mutiert ist!
Er setzte sich nämlich nicht wie auf dem Dorf üblich, zu mir auf den Beifahrersitz, sondern dahinter.
Ich, als so eine beleidigte Leberwurst dazu:
„Aha, der Herr Student ist jetzt ein „Hintensitzer“!?
„Tschulligung, ich mach’s nieeee wieder. In der Stadt sind aller Fahrer so fremd, da verdrücke ich mich immer nach Hinten!“





