Menschen menscheln, Vögel……

zwitschern.

Ich ja ooch, mit Twitter und so. Als mir die Tage langweilig war -allerlei Dinge prokrastinierend- suchte ich nach dem Stichwort Taxi und fand einige, meiner Meinung nach berichtenswerte Tweets, von denen ich hier welche Vorstellen werde:

Taxifahrer/Taxiunternehmer:

  1. Western MA News (@WesternMAnews30.12.13 00:09Free taxi rides on New Year’s Eve: New Year’s Eve is just two days away and many people have plans to celebrate. bit.ly/19wxJn6                                                                                              In Springfield gab es ein wahnsinniges Angebot der Firma Yellow Cab. Vom 31.12. 18:00 bis 1.1. 06:00 konnten die Bürger der Stadt gratis Taxi fahren. Auf Bestellung. Mit dieser Aktion sollten Trunkenheitsfahren vermindert werden. Keine Ahnung wer das bezahlt hat, aber von Haus aus eine prima Idee, finde ich.
  2. Nicholas♕ (@Kirn_Taxi)30.12.13 00:10 I can’t, and I refuse to make someone speak to me. Don’t get me „wanting“ to communicate with you, twisted with „needing“ too. Deuces                                                                                                                           Tja, der Smalltalk. Dieses Letztes Jahr hatte unser Boss ein Seminar zum Thema Kommunikation gesponsort. Gespräche im Taxi waren auch ein Punkt. Bei Kunden, die ich nicht kenne, gehe ich erst einmal in Deckung und checke die Mimik. Sollten sie nicht den ersten Schritt machen, knüpfe ich an die Begrüßung an, schwenke um aufs Wetter und frage erst dann nach der Pin-Nummer der Bankkarte. Oder sexuellen Vorlieben. Manchmal strahlen die Leute was ab. Das lässt mich stumm bleiben. Wenigstens bis zum kassieren, hähä! Bei Bestandskunden werden umgehend  Anamnese, aktuelle Verdauung und Freundschaftstatus upgedatet, bevor über andere Leute aus dem Dorf hergezogen wird! Wenn ein Fahrgast nur dummes Zeug labert, drücke ich die Zuschlagstaste, dann ist Ruhe! Deuces!
  3. salma castruita (@salmacastruita30.12.13 01:58 im tired of driving everywhere like im a damn taxi Gut, das du es endlich mal merkst. Taxifahren ist Arbeit!

Fahrgäste (auch potentielle):

  1. xodope_moi (@Frosh_dude30.12.13 01:36 : Life is like a taxi. The meter just keeps ticking whether you are getting somewhere or just standing still.“                         Außer in Hamburg. Bis zu einer Minute im Stand bleibt die Zeit(Taxameter) stehen. Darum sehen einige Tagfahrer im Zentrum oft jünger aus, als sie wirklich sind!
  2. skadoosh_ (@Skadoosh___30.12.13 01:39 I’ve never been in a taxi. What if they hold me hostage and take me some place far and leave me there.                     Schon wieder Hamburg. Ausser, das in diesem Fall die Gekidnappte nicht irgendwo rausgeschmissen wurde!
  3. tooZIXINforya (@chow_zixin30.12.13 01:43 So many taxis when u dont need them and almost no taxi when I need one                                                                          Das ist eben auf der ganzen Welt so. Also sind nicht nur wir Deutschen so Scheisse! Aber ich kann euch einen wichtigen Tipp geben. Ein Schweizer Taxifahrer hat sich nämlich geoutet und verraten, wo sich die Fahrer vor der Kundschaft verbergen. Hier der Beweis: Otto Otto (@taxi_otto) Mit dem TAXI habe ich mich in der Waschbox versteckt und sitze die obligate Pause ab.01.01.14 04:30 Also zukünftig bei Taximangel erst einmal die lokalen Waschanlagen durchsuchen! In dem Original-Tweet von Otto Otto steht zwar 31.12.13, 4:30 PM, aber aus dem Kontext mit seinen anderen Tweets ergibt sich die Silvesternacht. Weiß Jemand, warum im Original Datum und Uhrzeit falsch aufgeführt sind?
  4. Nat Goodman (@nat_goodman)30.12.13 01:44 ‚Do you know where we are?‘ – Reassuring words to hear from your taxi driver…                                                         In der Tat nicht lustig, weil nicht sicher ist, ob man jemals nach Hause kommt und was das dann wohl für zusätzliche Kosten ergibt. Hab das auch schon mal Fahrgäste gefragt, aber nur zum veräppeln!
  5. jackie snow (@jackiesnow30.12.13 01:47 Two minutes back in the city and our taxi driver is telling us about the hot spots in Williamsburg. I missed this.                      Viele Taxifahrer sind wandelnde Auskunfteien und bieten ihren Fahrgästen einen tollen Service mit ihrem Wissen. Alle paar Tage informiere ich mich auch über so Zeitungs- und Veranstaltungsdinge. Dann prahle ich meistens gleich bei den Fahrgästen mit den Informationen und tue so, als sei es Insiderwissen! Trinkgeld regnet nur so!
  6. Lauren Marks (@lomarks1830.12.13 01:56 this taxi smells like butthole omg I’m dying Hatten wir am 1. Weihnachtstag am Pam Pam auch. Ein Fahrgast hat sich im Taxi vollgesch……..! Zum Glück in einem Wagen einer anderen Firma, uffffff! Lustig war, das er nach dem Rauswurf aus dem Wagen ohne Hose und Barfuss herum stolperte. Keine wollte ihm richtig helfen, versteh ich nicht. Leider hatte ich gerade einen Auftrag, als er an mein Fenster trat……
  7. LUIS (@luisxcross30.12.13 01:58 Awwww taxi driver just waves and smiled at me when I got out god that was cute                                                                                Mit solchen kleinen Gesten können Freunde gewonnen werden. Aber Aaauuufpassen! Nicht übertreiben! Sonst heißt es hinterher:  Awwww taxi driver just waves and smiled at me when I got out thought he wanted to rape me.
  8. Lauren Maudsley (@laurenmaudsley30.12.13 02:01 If this taxi goes over speed bumps I think I may wee                                                                                           Eine klare Ansage an alle Fahrer. Mädels im Fond sollten nur in Windeln auf unwegsamer Strecke oder über Berliner Kissen chauffiert werden! Sollte eigentlich Standart nach EU-Norm werden, so oft, wie die aufs Klo wollen!
  9. DO6AGM (@varus7131.12.13 12:37 Braucht noch jemand in Russland ein Taxi? Einfach mal auf 10m Bandanfang reinrufen…#hamradio Gut zu wissen!
  10. @YONIS99_: So I called for at taxi and the guy goes £5 extra cuz it’s Christmas    I said “  I’m Muslim doe “  He replied “ do u wanna walk doe “ Zuschläge für Feiertage wünsche ich mir hier in Deutschland auch! 
 
 
 
 

Dumb Line!

Hatte bei Vodafone einen 2 Jahre alten Vertrag. Wollte nun auf Red M wechseln mit neuem IPhone und rief die Hotline an.
Wie bei vielen Anbietern gebräuchliche, begrüßte mich eine Computerstimme und überhäufte mich mit Vorschlägen und Anweisungen.
Meine übliche Ansage ist dann „BESCHWERDE“! Bisher am erfolgreichsten, um in dem nächsten Level zu gelangen, um ein analoges Gespräch zu führen.

Ich werde mit einem Verkaufsprofi verbunden, gebe meinen Wunsch kund und lese ihm ein Angebot aus dem Kundencenter vor.
Mein Wunschpaket wird mit € 53,99 angezeigt.
Der Profi erzählt mir, das kann gar nicht bestellt werden. Die Kunden wären hinterher immer sauer, weil sie auch die 59,99 wie bei ihm am Telefon bezahlen müssten.
Ich lege auf und bestelle per Internetz.

Keine Probleme!

Wahrscheinlich war der „Profi“ ein Externer, aber trotzdem kein Grund, das Vodafone mich zu so einem Arsch verbindet, der mich dann belügt?! Was hat Vodafone davon?

Bin ansonsten mit Dem Service und Vertrag zufrieden!
Will die Tage mal sehen, ob ich LTE buchen kann, auf Probe. Mächte erst die Abdeckung checken. UMTS ist bei uns im D2 rar. Mal schauen, an wen ich diesmal gerate.

Neues vom Frettchen!

Vor ein paar Monaten hatte ich schon einmal ein Erlebnis mit Freddy erzählt. Wie der dumme, blöde Teufel es will, sollten wir Beide schon gleich wieder aufeinander prasseln.

Adrenalin schoss in sämtliche Gliedmaßen und durchströmte mit überwältigendem Druck alle Organe.

Ich ging Pinkeln!

Puuh, das war geschafft. Schnell noch ein paar Tütchen mit Kaffeepulver im Wagen verteilt. Duftbäume hat der Chef verboten. Aber in diesem Fall hätte es auch eine 30m – Kiefer, frisch geschnitten, gebraucht.

Ein Blick in meine Notfalltasche ließ meinen Puls wieder unter 160 fallen. Kaugummi, Eukalyptus- und Mentholbonbons, sowie Nasenspray an ihrem Platz. Eine Nasenklammer, wie sie die Synchronschwimmer benutzen hatte ich mir im Internetz besorgt. Bei Amazone gibt es ja alles. Und davon reichlich.

Auf dem Weg zur niedrigsten Hausnummer, die eine Straße nur haben kann, ging ich im Kopf zur Sicherheit alle möglichen Szenarien durch. Ich war gegen jegliche gasförmige Absonderungen gewappnet!

Ich hatte extra eine Pumpe in das neue Taxi einbauen lassen, welche im Innenraum einen Überdruck erzeugt, um bei kurzem Öffnen eines Fensters in Sekundenschnelle schädliche Luft ausblasen zu können.

„Morituri te salutant!“, begrüßte ich Freddy jovial.

„Hahaha, ist doch so schönes Wetter Heute, zu schön zum sterben.“, strahlte mich die undichte Stelle des Universums an.

Vorausschauend hatte ich den Ledersitz mit Sattelseife behandelt und Freddy glitt wie ein Tropfen an einer Lotusblume auf den Sozius.

„Du hörst dich aber nicht Gesund an, HerrTaxifahrer, schon die erste Grippe?“

Kein Wunder, das ich mich Krank anhörte, in meine Nase hatte ich eine halben Rolle Zewa geschoben und in jedem verfügbaren Winkel in meiner Mundhöhle befanden sich Bonbons. Mein Plan war aufgegangen, ich roch nichts!

Wir fuhren los, wie des öfteren per AST zum Kaufland, Kühlschrank auffüllen.

„Freddy, wann geht es denn zurück?“

„In 2 Stunden möchte ich wieder abgeholt werden!“

„OK, dann musst du das noch bestellen, in der Zentrale ist noch kein Auftrag dafür!“

„Mal was Anderes, HerrTaxifahrer. Fast hätte es nicht geklappt mit dem Sammeltaxi. Dazu muss ich erzählen, was am Morgen passiert ist!“

Nun kam ein eine Episode aus der Abteilung:“Was Taxifahrer alles anhören müssen, ohne sich wehren zu dürfen!“

Es war Montag. Freddy hatte irgendwas kriminelles oder so ähnlich in seinem Dunstkreis (hihi) beobachtet. Deshalb hatte sich für 10:00 ein Polizist angemeldet, um ein Protokoll zu erstellen. Freddy gestand mir, röche manchmal etwas streng. Er sei sich Dessen bewusst und um den Staatsdiener nicht zu vertreiben, beschloss er ein Bad zu nehmen. Eher ein Duschbad. Gedacht, getan. Um pünktlich fertig zu sein, er wollte die Wohnung noch lüften und ein paar Container Müll entsorgen, zog er um 7:00 blank und schob seinen Body unter den Wasserstrahl. Tja…, da fiel das Duschgel herunter und Freddy ganz schnell hinterher. Er landete so ungebremst mit seiner Vorderfront in der Wanne und wie die Unterseite einer Schnecke saugte sich sein Bauch am Boden fest.

Die Katastrophe war perfekt. Freddy konnte sich nicht mehr bewegen. Sämtliche Versuche sich zu befreien scheiterten kläglich. Die Zeit verstrich und Freddy versuchte durch Rufe auf sich aufmerksam zu machen. Keine Reaktion.

Erst kurz vor 10:00 vernahm Freddy eine Stimme von Außerhalb seiner Wohnung. Es war der Polizist. Der hat die Situation richtig eingeschätzt und unverzüglich Notarzt und Feuerwehr gerufen.

Die Rettungskräfte hätten alle Mühe gehabt, ihn zu befreien. Freddy gelobte, etwas abzunehmen und nachdem er aufgewärmt war, widmete er sich der Taxibestellung.

Den Termin mit dem Polizist hat er verschoben. Vielleicht braucht er ihn ja noch mal. Freddy dankte Gott für die Hilfe, bekäme er doch höchstens alle 3 Monate Besuch.

Ich dachte: „Was soll`s, öfter duschst der doch eh nicht!“

Am Einkaufscenter angekommen war mein Mund wieder frei und ich zog die Küchenrolle heraus. Ich roch noch immer nichts Schlimmes, ab und an ein Tropfen Wasser kann also nicht schaden.

Freddy zahlte und ich dankte für die „aufregende“ Geschichte und sagte „Tschüüühüs!“

„Ich bin dein böser Geist, HerrTaxifahrer. Bei Philippi wirst du mich wiedersehen.“

Später erfuhr ich, das Freddy vergaß, die Rücktour zu bestellen. MIt einer Stunde Verspätung traf der Auftrag ein. Mein Kollege fand ihn aber nicht wie gewöhnlich an der Haltestelle und meldete eine Fehlfahrt. Während dessen hockte Freddy vorm Kaufland und moserte vor sich hin. Irgendwann hat es dann doch noch eine Kollision mit einem Taxi gegeben ist er dann ziemlich fertig zu Hause angekommen.

Eine lückenlose Berichterstattung…

wird es Heute wieder nicht geben.

Gestern, kurz nach der Tagesschau, ereilte mich die Kunde, ein Mensch würde gern wieder in seine Milieu am Rande Bremens verbracht werden. Er verweile in der Asia-Sentosa Maststation in Hagen-Börsten und die Fütterungszeit für ihn wäre abgelaufen. Des Weiteren wäre er schon leicht ermattet und kaum in der Verfassung, seinen Drahtesel der StVO konform zu führen.

Ein Spezialauftrag, wie es einem HerrnTaxifahrer  geziehmt. Gut und Gerne könnten   knapp € 50,00 Umsatz erzielt werden, incl. freiwilliger Sonderzahlungen des Fahrgastes. Gerade hatte ich meinen roten Bomber geparkt und wollte die heiligen Hallen der Wok-Künstler betreten, da schubste begleitete ein Mandeläugiger meinen Spezi schon durch die Tür hinaus. Sein Anblick erinnerte ein wenig an „Popeye, den Seemann“, allerdings gut 40 cm unter Gardemaß. Von seinem Kopf konnte ich nur die Nasenspitze und das vorgeschobene Kinn ausmachen. Mit seinen dunklen Augenhöhlen hätte ihn Jeder außer mir für den Nachfolger Rumpelstilzchens gehalten.

Nach der Begrüßung und Identifikation als Geschäftspartner öffnete ich das Heck, ließ die Rampe herunter und klappte die hinterste Rückbank hoch. So war genug Platz für seinen Stahlrahmen mit Minimal-Ausstattung. Weder Lichter noch Schutzbleche waren an dem rostigenTeil angebaut. Gerade ein Lenker und eine Kette, die aber auch schon mächtig lose herunterbaumelte zierten „der Gerät“.

Nach Bremen-Lesum sollte es gehen, schon vor dem Realkauf rechts rein, teilte mir Popeyechen mit und wir fuhren vom Hof links die alte B6 Richtung Ihlpohl. Es war die kürzeste mögliche Verbindung nach Bremen, meinen Erlöß kalkulierte ich nun auf € 40,00, ob des Erscheinungsbildes des Geschöpfes neben mir rechnete ich nicht mehr mit Trinkgeld sondern bekam langsam Zweifel, ob ich überhaupt mit einer Gegenleistung für meine Arbeit rechnen konnte. Um anzutesten, ob P. eine Vorstellung hat, was ich ihm abziehen werde, nannte ich die kalkulierte Summe und er registrierte das mit:

„Jau-jau, dat klärn wir ma tu Huus!“

Bei Leuten die erst zu Hause die Bezahlung organisieren wollen, geht bei mir der Vorkasse-Modus an. War jetzt natürlich schon zu spät, hatten schon 1/4 der Strecke hinter uns, als ich in Hoope auf das Gelände Tankstelle lenkte und anhielt. Aber ich wollte den Totalverlust vermeiden und sehen, wie Zahlungskräftig mein Kunde war. Auf den ersten Eindruck hatte ich alles richtig gemacht. Er fand seine Geldbörse nicht und stocherte zum wiederholten Mal abwechseln durch alle seiner Taschen.

„Tja P. dann ist hier die Fahrt zu Ende!“, wollte ich gerade wie ein Oberlehrer losposaunen, als er seine Bommelmütze absetzte und aus der Krempe ein ordentliches Bündel grüner Scheine hervorzauberte.

„Hab ich doch jesacht, klärn wa to huus!“

So eine Scheiße, wie peinlich ist das denn wieder. Aber P. bot alle Stereotype auf, die ihn als mittellosen Schnorrer auszeichneten.

Am Ziel zeigte das Taxameter € 40,60 und er sagte: „Hier, mach ma 40!“

Ich nahm einen Hunderter aus dem mir wie ein Fächer aufgehaltenen Bündel und gab 60,00 zurück. Das war das erste Mal, das ich einem Fahrgast ohne zu Murren „Trinkgeld“ gegeben habe!

Und wegen der Lücken in der Berichterstattung. Oben und unten je 3-4 Zahnstümpfe waren ihm noch geblieben.

Kubanische Zigarren, Yeaaaah…

…waren es dann doch nicht.

Eine Fabrik in Loxstedt hat öfter Mitarbeiter aus Malaysia für Schulungszwecke zu Gast.
Die wohnen dann in einem Hotel in Bremerhaven und wir schaukeln sie dann zwischen Arbeit, Dönerladen und Hotel hin und her.
Heute war der letzte Tag und es ging zum Flughafen nach Bremen.
Am Airport zelebrierten die Drei dann unseren Abschied mit mehreren Verbeugungen und wohlwollendem Getuschel. Der Anführer forderte Nummer 2 auf, mir etwas aus einer Einkaufstüte auszuhändigen.
Ich konnte sehen, wie seine Hand in dem Behältnis rührte, schnappte, verlor usw. Endlich zog er seine Prall gefüllte Faust hervor und gab mir 6 10er Packungen Zigaretten, nicht ohne noch einen höfischen Knicks zu vollführen.
Schon vollkommen hibbelig von dem Getue bedankte ich mich vergleichsweise läppisch und winkte ihnen zum Schluss hinterher.

Außen Hui!!!!!!

Außen Hui!!!!!!

Diese Geschichte ist noch aus meiner Zeit als aktiver Raucher. So dauerte es gut 2 Sekunden das Siegel der Kippen zu brechen und Eine anzustecken.

Leute, ich habe schon so einiges an eigentümlichen Tabakwaren oder Tabakersatz durchgezogen. Aber dieses fürchterliche Kraut schien durch und durch mit Chanel Nummer 5 getränkt zu sein. Ich habe noch nie einen so grauenvollen Geschmack im Mund und so sandiges Kratzen im Hals gehabt. Nach nur einem Zug flog die Packung aus dem Fenster.

Ich überlegte kurz, wo ich den Rest entsorgen soll, da fiel mir ein, den Kollegen, die auch schon die Asiaten gefahren hatten, etwas abzugeben. Und so bekamen $grießgram und $nuschler auch ihr Fett weg.

„Hihihihihihi!“

„Dem geht’s Gut!“…..

…bekam ich im Chor von 2 Damen zu hören, die ihre Männer dabei anfeuerten, einen völlig Weggetretenen zu meinem Wagen zu schleifen!

Skeptisch blickte ich auf das Häufchen Elend.

„Bitte entschuldigen sie, der Herr ist ein Fall für den Notruf, besser noch für Mutti. Ganz sicher werde ich ihn nicht chauffieren!“

„Was haste denn, der läuft doch ganz von alleine, schau doch, hier, HerrTaxifahrer.“

Sie ließen das Opfer los und kraftlos glitt er sodann an seinen Kumpanen hinab, um am Boden liegend eine Rolle zu vollführen.

„Auuuuuutsch!“, gab der nun unter dem Auto Liegende von sich.
Er war endlich aus dem Koma erwacht, weil er sich den Unterarm an meinem glühenden  Auspuff verbrannt hatte.
Zeitgleich  setzte ein Vorgang ein, welchen die jungen Leute heutzutage in vielen Liedern als “ throw up“ feiern.

Konsterniert sah die Partytruppe abwechselnd auf den Patienten, dann mich. Trotz der wehleidigen Blicke blieb ich Hart, lehnte den Transport ab und bot an, die 112 zu rufen!

Sie entschieden sich dann, mir freie Bahn zu schaffen und zerrten ihren Kumpel wieder ins Haus.

Endlich konnte mich neuen Aufgaben widmen.
Noch Tage danach durchforstete ich sämtliche Todesanzeigen der üblichen Käseblätter dieser Region. Er schien es überlebt zu haben. Na dann Prosit!

Normalität

Die umgestürzten Bäume sind beseitigt und ofengerecht zerteilt hinter der Garage gestapelt. Am Bahnübergang schaltet sich alle 4 Minuten das Rotlicht ein um Warenlieferungen nach Übersee anzukündigen. Die Bahn verspätet sich regelmäßig um 5-10 Minuten und die Fahrgäste bestellen ihr Sammeltaxi für Mitternacht auf den letzten Drücker.

Hier auf dem Land stehen die Taxis ja nicht an jeder Straßenecke, das würde sich  nicht lohnen. Sie sind in Bereitschaft an einem Warteraum in unseren Kerngemeinden, oder unterwegs. Und ab 22:00 sind bei uns nur noch 2 Wagen aktiv, das ist schon Jahre so. Und wegen der langen Anfahrten dauert es ein wenig zwischen Bestellung und Abholung. Das teilen wir unseren Kunden immer mit und bitten auch gleichzeitig pünktlich am Abholpunkt zu sein, damit sich Anschlußfahrten nicht verzögern.

Ab 22:00 bin ich meine eigene Zentrale und verteile die Aufträge auf einen Kollegen und mich. Und an Tagen wie dem gestrigen ist die Kooperation enorm wichtig. Außer den telefonischen Bestellungen erhalten wir auch noch Sammeltaxi-Aufträge. Diese sind schwieriger zu planen, da die Abfahrtszeiten immer feststehen und nicht variert werden dürfen und wir nicht unmittelbar mit dem künftigen Fahrgast kommunizieren können. Die Bestellungen werden Zentral in Bremerhaven erfaßt und an die Taxiunternehmer weitergeleitet. Das ist so vorgeschrieben, weil z.B. Bremerhavenbus die Hoheit über den ÖPNV hat, dazu gehören auch die Anruf-Sammeltaxis. Ist auch eine Art Kontrollinstanz, damit sich die Taxiunternehmer nicht selbst irgendwelche Fahrten erfinden.

Zwischen die  AST-Fahrten pressen wir dann die anderen Touren. Und wehe, der Grieche hat den Ouzo zu spät hingestellt und die Fahrgäste sind noch  nicht fertig! Sofort nimmt das Unheil seinen Lauf. Oft müssen Menschen zum Bahnhof, einen Zug erwischen. Die haben immer höchste Priorität. Und wenn dann Einer aus der reihe tanzt, kann ich auch schon mal ein wenig ruppig werden und wenn das nicht hilft, wird kommentarlos die nächste geplante Station angefahren.

Und manchmal muß man auch wieder Ausnahmen machen, wenn es um den Service und die Zufrieden- oder Sicherheit der Fahrgäste geht.

Nun war es vergangene Nacht so, das ich um 00:37 vom Bahnhof Lübberstedt Fahrgäste nach Westen transportieren sollte. Nichts schlimmes. Aber gleichzeitig hatte ich auch noch um 00:42 in Stubben eine Familie mit Baby nach Osten zu bringen.

Glücklicherweise begab es sich, das die Stubbener sich vorher erkundigten, ob denn das AST auch wirklich um 00:42 da wäre. Ich musste mitteilen, das ich erst gegen 1:15 in Stubben sein könnte, wegen der parallelen Aufträge. Um ganz sicher zu sein, das alle im Trockenen nach Hause kommen, schlug ich ihnen vor, auch in Lübberstedt auszusteigen und dann die Tour nach Westen mit zu machen, um danach Richtung Beverstedt zu fahren. So braucht insbesondere das Baby nicht frieren und im Regen und Wind rumstehen. Am Preis würde sich nichts ändern, ich hätte die Leerfahrt sowieso gehabt.

Und so trafen wir uns alle in Lübberstedt und ich konnte dann meine letzte Tour für Heute  mit zufriedenen Fahrgästen und Stressfrei zu Ende bringen.


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Schienenersatzverkehr

Norddeutschlands Taxifahrer/unternehmer blicken frohlockend auf die beiden vergangenen Tage zurück. Sonntag und Montag bescherten einen Umsatz, wie sonst nur an Silvester!

Tief Christian zeichnet verantwortlich für versperrte Straßen, kaputte Dächer, Autos und vor allem den Ausfall des regionalen Zugverkehrs.

Bei uns fing „Weihnachten“ schon am Sonntag um 13:00 an. Ein Baum hatte die Oberleitung der Nordwestbahn zwischen Bremen und Bremerhaven gekappt.

Die Züge hielten von Norden kommend in Stubben und von Süden her in OHZ. Wir bedienten die Stubbener. Die Züge waren besonders voll, zum einen wegen des Bremer Freimarkt, eines Eishockeyspiels, Rückreiseverkehrs und einem Konzert, auch in Bremen.

Schienenersatzverkehr (Busse) anzufordern scheint nicht ganz einfach zu sein. Gut für uns Taxileute. In der Zentrale liefen sämtliche Leitungen heiß und alle verfügbaren Wagen wurden umgehend besetzt und zum Bahnhof befohlen. Im Sekundentakt ging es dann ab nach Bremen. Als ich gegen 17:00, also 4 Stunden nach Zugausfall meinen Spätdienst antrat, begegnete ich meinem Chef, als er von seiner 4 oder 5 Bremen-Tour zurück kam. Ein breites, fröhliches lächeln war in seinem Antlitz eingemeisselt.

Im vorbeigehen ordnete er noch einmal an, weiterhin alle verfügbaren Kräfte zum Bahnhof zu ordern. Da bis jetzt noch nicht ein einziger Bus eingetroffen war, wurden jetzt auch die letzten der wartenden Bahngäste weich. Denn so ein Taxi nach Bremen schlägt mit ca. € 85,00 zu Buche! Und noch waren keine Gutscheine eingetroffen.

Ich hatte erst noch eine Ortstour zu absolvieren. Auf dem Rückweg fuhr ich über den Bahnhofsvorplatz und wurde umgehend von einem Bundespolizisten heran gewunken.

Er ordnete an, das die Dame hinter ihm jetzt als Nächste an der Reihe wäre.  Die Dame saß im Rollstuhl und hatte einen Begleiter. Prima. Das wird sicher eine dankbare Fahrt. Die Dame konnte sich noch ganz gut bewegen und das Umsetzten in den Passat ging ohne Schwierigkeiten. Schnell noch Koffer und Begleiter rein und los. Der Bundespolizist ruft in die Menge, das noch ein Platz nach Bremen frei sei. Nach kurzem Zögern stieg noch ein junger Student zu uns ein und wir verließen Stubben.

Kurz vor Bramstedt Lohe klärte ich den zuletzt Zugestiegenen noch auf, das er noch seinen Anteil verhandeln Möge. Ich plädierte auf ein Drittel der fahrtkosten und von Hinten kam Zustimmung. Der Student jedoch ging gleich in die Luft. Nein, er würde nichts bezahlen, schließlich hätte der Polizist ihn eingeladen, bei uns mitzufahren.

Ich hielt kurz an der Bushaltestelle Loher Kreuzung an und bat ihn, dann doch besser auf den Schienenersatzbus zu warten und hier wieder auszusteigen. Zurück zum Bahnhof sind es nur 3 km zu Fuß.

Maulend kringelte er sich auf seinem Sitz zusammen und sagte seine Teilnahme an der Umlage zu.

Der Rest war Routine und es gab dann später nur noch kurze Touren vom Bahnhof, es fuhren Busse.

Es ist jetzt Mittwoch Morgen 0:56 und seit Sonntag ist die Strecke immer noch nicht wieder frei. Heute Mittag soll es endlich so weit sein. Wir melden uns 🙂